1986 Christian Herwartz ua. MICHAEL WALZER 28.5.1948-29.1.1986

Ricarda Praetorius

Eine Begegnung auf einem Weg

In den 70iger Jahren engagierte ich mich für die Vorbereitung des Konzils der Jugend von Taizé. Zu zweit oder zu dritt wurden wir von den Brüdern von Taizé auf Reisen geschickt, um in östlichen und westlichen Ländern Gruppen, Gemeinden, einzelne Menschen zu besuchen, eventuelle Treffen zu organisieren und mit ihnen über Fragen des Glaubens, Erfahrungen von Kirche und Gemeinschaft zu reden.


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Auf einer dieser Reisen war ich mit Michael Walzer unterwegs. Wir besuchten in Süddeutschland verschiedene Kirchen und Gemeinden und wurden überall sehr gastfreundlich aufgenommen. Ohne uns vorher zu kennen, (wir waren Studenten) verstanden wir uns bestens auf dieser Reise und ergänzten uns gegenseitig. Es war eine Begegnung auf einem Weg, auf dem jede/r von uns seinen eigenen Weg weiter gehen und suchen sollte.
Viele Jahre später besuchten mich Michael und Christian in Berlin, als sie als Jesuiten und Arbeiterpriester in Kreuzberg eine Wohnung gemietet hatten. Ich war inzwischen als Sozialarbeiterin berufstätig, wir erzählten uns gegenseitig von unseren Aufgaben, Fragen, von unserem Engagement. Dann ging jede/r wieder seinen eigenen Weg weiter, wir trafen uns ab und zu auf Demonstrationen oder Veranstaltungen.
Während der Phase seiner schweren Krankheit begegnete ich Michael einige wenige Male. Worte wurden unwichtiger… wir gingen noch auf dem gemeinsamen Weg, auf dem jede/r seinen eigenen Auftrag hatte, fragend, suchend, überzeugt von etwas, mit dem Blick auf ein Ziel.
Berlin 2003

 

Michael Walzer
Brief aus Toulouse

Die Zeit vergeht zu schnell. Und bevor ich es recht begreife, rückt der neuerliche Abschied näher. Die Wochen sind angefüllt mit zahlreichen Ereignissen, von denen viele für mich neu und noch schwer zu verstehen und einzuordnen sind. Es gäbe einiges zu erzählen von der Arbeit, den Verhältnissen zwischen Vorgesetzten und den Arbeitern; vom Umgang der Arbeiter miteinander, der manchmal sehr hart und gefühllos ist; von kleinen Streitereien und persönlichen Feindschaften unter ihnen, die vieles an Einigkeit und gegenseitiger Achtung zerstören; von den Zeichen der Anerkennung und Freundschaft, die sie mir geben; von den zaghaften Versuchen, sich zu organisieren und die eigenen Angelegenheiten in die Hand zu nehmen; von dem praktischen Materialismus in ihrem Leben, über den ich noch in keiner Weise zu urteilen wage, weil ich sie noch zu wenig kenne. Wenn man davon ausgeht, was sie erzählen, dann sind die Ereignisse, die zählen in ihrem Leben, das Essen und der Sex; sie stellen die Höhepunkte dar, von denen her sie leben und den Alltag der Arbeit überleben – selbst die Verheirateten; von der Hoffnung, die ich manchmal in ihren Augen entdecke, wenn wir miteinander sprechen, oder einander grüßen.
Langsam beginne ich zu ahnen, dass das Evangelium hier nur mit dem Leben verkündigt werden kann, in Tat und Wahrheit. Es gäbe zu erzählen von der Kommunität der Jesuiten, einem echten Interesse füreinander, dem Mitfühlen und Mitdenken der anderen; von den gemeinsamen wöchentlichen und monatlichen Treffen; von den Schwierigkeiten, die es natürlich auch gibt, von den sehr unterschiedlichen persönlichen Schwerpunkten der einzelnen, die das gemeinsame Leben manchmal schwierig machen; von den Wochenenden, die ich immer wieder für Besuche nutze, bei Arbeitskollegen und Jesuiten.


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Vor zwei Wochen zum Beispiel war ich in Paris. Am kommenden Wochenende (Ostern) fahre ich mit Vincent nach Barcelona, um spanische Arbeiterpriester (Jesuiten) kennenzulernen. Er hat gute Freunde unter ihnen, da er ein Jahr in Spanien gearbeitet hat, bevor er hierher nach Toulouse gekommen ist. Wenn ich weiterfahren würde und Einzelheiten erzählen wollte, würde der Brief zu lang werden.

Toulouse März 1978

 

Michael Walzer
Besinnung – Hungern und Dürsten nach Gerechtigkeit

Ich lade Dich ein, einen Augenblick nachzudenken! Kennst Du so etwas wie Hunger oder Durst nach Gerechtigkeit? Gibt es dieses Gefühl einer alle Sinne beherrschenden Sehnsucht nach der Gerechtigkeit in Dir?

Ich selbst kann nur zögernd und mit einem eingeschränkten „Ja“ auf diese Frage antworten. Im großen und ganzen habe ich bisher die Sonnenseite des Lebens genossen. Am eigenen Leibe habe ich kein schmerzliches Unrecht erfahren. Aber ich begegne immer wieder Menschen, die von solchem Unrecht gezeichnet sind. Ich denke an einige Mitglieder unserer kleinen, noch jungen Berliner CAJ, die weder einen Ausbildungsplatz noch einen Arbeitsplatz haben. In ihnen ist dieser Hunger nach einer gerechteren Verteilung der Arbeit lebendig. In ihrem Reden ist die Hoffnung zu spüren auf eine andere, gerechtere Welt.

Ich denke an einen Nachbarn, einen griechischen Bauschlosser, der seit über zwei Jahre keine Arbeit mehr hat. Immer wieder erlebte er es in dieser Zeit, wie unter den zahlreichen Bewerbern für eine angebotene Stelle einem der Deutschen der Vorzug gegeben wurde. Selbst in der Verbitterung noch, die ihn immer mehr auffrisst, entdecke ich diesen Hunger nach mehr Gerechtigkeit.

Ich denke an die Jugendlichen unseres Stadtteils, Berlin-Kreuzberg. Etwa zwei Drittel von denen, die zwischen fünfzehn und zwanzig sind und Ausbildungs- oder Arbeitsplatz suchen, finden weder das eine noch das andere. In ihrer Ratlosigkeit und Ungewissheit, in ihrer Sorge und manchmal schon Hoffnungslosigkeit ist dieser Hunger spürbar, lebt die Hoffnung, dass es einmal anders, besser und gerechter werden wird.

ARBEITSLOSIGKEIT MACHT HUNGRIG NACH EINER GERECHTEREN WELT – das stimmt, auch dann, wenn dieser Hunger unter Gleichgültigkeit oder Betäubung, unter Verzweiflung oder Wut begraben ist.

Keiner von uns wünscht sich solch ein Schicksal. Denen, die davon betroffen sind, gehen wir oft lieber aus dem Weg. Die Bibel aber preist diese Menschen, die den Hunger nach Gerechtigkeit kennen, selig. Im Matthäusevangelium, am Beginn der Bergpredigt heißt es in der vierten der acht Seligpreisungen:

„SELIG, DIE HUNGERN UND DÜRSTEN NACH DER GERECHTIGKEIT, DENN SIE WERDEN SATT WERDEN“:

Hier wird denen, die nach der Gerechtigkeit hungern und dürsten, die auf eine Welt


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hoffen, in der wir alle als Schwestern und Brüder, als Kinder Gottes miteinander leben, ihnen wird verheißen, dass ihr Hunger und ihr Durst einmal gestillt sein werden. Bis diese Verheißung in Erfüllung geht, das hat uns Gott in Jesus zu verstehen gegeben, hungert und dürstet er selbst, hofft er in diesen von Unrecht betroffenen Menschen auf mehr Gerechtigkeit.

Und wenn wir diesem Hunger nicht verdrängen, nicht totschweigen, sondern beim Namen nennen, von ihm reden und ihn hinausschreien, dann wird darin Gott beim Namen genannt.

Indem wir unsern Hunger Raum geben, geben wir ihm Raum in unserer Welt. Der Hunger, den wir mit Gott teilen, wird uns die Kraft schenken zu handeln, für die Gerechtigkeit einzustehen, für sie zu kämpfen auch unter Opfern. Hier, das ist meine Überzeugung, liegt der Ursprung einer gerechteren Zukunft und die Quelle all unserer Kraft im Dienst und Kampf für sie.

Michael Walzer, Diözesankaplan der CAJ in Berlin Aktion –
Monatszeitung junger Arbeiter, Juli/August 1983

 

Michael Walzer
Liebe Freundinnen, liebe Freunde!

Seit 10 Tagen bin ich mit einem Rezidiv meines im Oktober operierten bösartigen Hirntumors in medizinischer Behandlung. Erst hat man in Stuttgart eine Notaufnahme veranlaßt, um den Verdacht auf Rezidiv zu erhärten. Dann haben die Ärzte in Stuttgart empfohlen, zur Weiterbehandlung nach Berlin zu fliegen. Auf der alten Station 25 des Clinicums Charlottenburg habe ich dann am Abend ein Bett bekommen, und am folgenden Tag begannen die Untersuchungen. Frau Skotzek, die Stationsärztin, bemüht sich vorbildlich um mich. In langen Gesprächen hat sie mir meine Situation klar gemacht: Eine Operation ist nach Meinung der Fachleute nicht mehr vertretbar. Chemotherapie scheidet aus. Also bleibt nur noch Bestrahlung!

Mit der Entscheidung für oder gegen die Bestrahlung habe ich mir vier Tage Zeit gelassen. Am Beginn meiner Überlegungen standen noch stark von Resignation und verzweifeltem Aufgeben geprägte Gedanken. Aber sie traten immer mehr in den Hintergrund. Heute steht mein Entschluß, um mein Leben, meine Existenz zu kämpfen, fest, und eine ruhige Sicherheit macht sich in mir bemerkbar. Die vergangenen Monate bedeuten mir viel. Vieles hat sich in meiner Einstellung zum Leben positiv geändert. Mehr Vertrauen ist gewachsen; meine Bereitschaft zu vergeben hat zugenommen; mein Glaube, daß der Mensch aus Liebe von Gott geschaffen ist, hat mehr an Realitätsbezug erhalten, gerade auch, was meine eigene Existenz angeht.

So blicke ich zurück auf die vergangenen Monate, in Dankbarkeit gegenüber den Menschen, denen ich begegnen durfte; in Dankbarkeit Gott gegenüber, der mit mir durchs Leben ging, auch wenn ich ihn nicht immer wahrnahm. Für die Monate, die mir von Gott noch zugedacht werden, will ich versuchen so vol-


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ler Hingabe und Liebe zu leben, wie es mir möglich ist. In den letzten Tagen mache ich die Erfahrung, daß im Angesicht des Todes viele Konflikte, die das Leben geprägt haben, an Bedeutung verlieren! Für die kommenden Monate stehen noch weitere Schritte an, sollte ich gesundheitlich überhaupt dazu fähig sein. Da ist einmal die Körpertherapie mit der Selbsthilfegruppe und – möglicher Weise – eine intensivere Zusammenarbeit mit dem Therapeuten. Da ist zum anderen, die die Schulmedizin ergänzende Behandlung beim Heilpraktiker; und da ist zum Schluß – aber sicher nicht am unwichtigsten – die konsequente Arbeit an meiner Person, die der Liebe, die Gott in mich gelegt hat, immer freiere Entfaltung möglich machen und die Angst, die so oft hindert, immer weiter abbauen soll.

Es war mir ein Bedürfnis, Euch allen mitzuteilen, daß meine Situation für mich kein Anlaß zur Verzweiflung ist, sondern daß ich eher Kraft und inneren Frieden spüre.

Seid alle in Liebe gegrüßt

Berlin, im August 1985

 

Familie Walzer/Jesuitengemeinschaft Kreuzberg
Todesanzeige

Michael Walzer

* 28.5.1948 in Karlsruhe
+ 29.1.1968 in Berlin

Michaels Bereitschaft zum Dienen ist uns Herausforderung.

Seine Wachheit für die Benachteiligten und
Unterprivilegierten macht ihn zum Nachfolger Jesu.

Sein stilles Leiden an sich selbst und an unserer Welt
macht uns betroffen und fragend.

Michaels Leben hinterläßt bei uns Brüche und Zeichen.

Christian Herwartz
Begleitbrief zur Todesanzeige

Liebe Freundinnen und Freunde von Michael!

Heute morgen kurz nach acht Uhr ist Michael in Berlin-Kladow friedlich gestorben. Ich möchte Euch – sicherlich im Namen vieler, die wir neben ihm leben durften und von ihm reich beschenkt wurden – einen Gruß des Dankes schicken. Mir persönlich


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hat er zum Beispiel vor 15 Jahren den Weg in die Welt der Arbeit gewiesen, in der wir in den letzten acht Jahren zusammen gearbeitet, diskutiert, an der wir uns gerieben und gefreut haben. Wir beide sind sehr verschieden; wir haben uns ergänzt und vieles habe ich sicherlich bis heute nicht verstanden. Oft habe ich staunend vor ihm gestanden; er hat mich – trotz meiner Eigenheiten – als Bruder angenommen.

Michael ist vielen Menschen Bruder geworden, der zuhört, sie achtet, auch wenn er nicht gleich ihre Meinung teilt; der Brücken schlägt, in der Hoffnung, daß sich Zellen des Verstehens, des Friedens, des Widerstandes gegen Unrecht und Ausbeutung bilden, in denen Wunden heilen können.

Schon in der Jugend hat er Kontakt gesucht zu jenen, von denen sich die anderen Oberschüler trennten, weil sie eine Lehre absolvierten. Er wollte etwas ändern: er wurde Schulsprecher, fuhr zu deutsch-französischen Begegnungen in Maria Laach, wollte Politik studieren; er ist einer der 68er Generation.

Michael hat das Leben mit beiden Händen genommen: er liebte Musik, Tanz, Beziehungen. In seiner Krankheit, als er sein Leben nochmals neu annehmen mußte, ist aber auch die ihn treibende Liebe zum Jesuitenorden deutlicher geworden, in der er 1968 – unerwartet für Familie und Freunde – eintrat. Dieser Weg führte ihn von Marxell bei Karlsruhe weg nach Neuhausen, Nürnberg (Einführung und Prüfung des Lebens in einer religiösen Gemeinschaft), München, Innsbruck (Studien der Philosophie und Theologie), Ravensburg (Begleitung von Jugendlichen). 1977 wurde er in München zum Priester geweiht.

Michael wollte mit seinem Leben helfen, an einer Gesellschaft zu bauen, die keinen ausschließt. Dies führte ihn nach Toulouse und Berlin (Transportarbeiter, Warenannehmer, Gießereiarbeiter). Der Jesuitenorden ist sein Rükkhalt geworden. Michael war beliebt, auch wenn seine Meinungen abgelehnt wurden: er, der selbst einer Familie mit fünf Geschwistern entstammte, suchte Geschwisterlichkeit; auch eine geschwisterliche Kirche, die nicht in vielerlei Konfessionen gespalten ist; er suchte einfach den Menschen, ohne ihn vereinnahmen zu wollen. Immer mehr sah er auch Ungerechtigkeiten in der Welt. Doch wer wollte ihn hören? Sollten wir deutlicher sprechen oder behutsamer vorgehen? Da waren wir oft unterschiedlicher Meinung.

Michael hat sich aufgemacht, türkisch zu lernen und Kontakte zu knüpfen; dann hat er stärker mitgeholfen, eine Gruppe junger christlicher Arbeiter (CAJ) zu gründen – eine alte Liebe schon aus der Innsbrucker Zeit. Er kandidierte zum Betriebsrat, er hatte viele Kontakte in der Nachbarschaft.

Zu Anfang unserer gut siebenjährigen Berliner Zeit wohnten wir beide alleine; dann stießen immer mehr Gefährten dazu, so daß sich unsere Wohngemeinschaft nun auf zwei Wohnungen verteilte. Unser Glaube wurde herausgefordert von unserer Umwelt, aber wir wurden auch immer neu durch unsere Kollegen, Nachbarn und Freunde beschenkt.

Großen Rückhalt hatten wir bei der Arbeitermission in Frankreich gefunden, in deren Mitte wir ja beide eine Zeitlang gelebt haben. Der Kontakt war weiter lebendig. Ebenso zu der regelmäßigen Konferenz der Arbeiterpriester und Schwestern. Diese Begegnungen haben uns immer neu Mut gemacht. Im Oktober 84 bemerkte Michael, daß er nicht mehr schreiben konnte. Am Tage, be-


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vor der dann entdeckte Gehirntumor operiert wurde, kamen einige Freunde zu einem Gottesdienst zusammen; er wurde mit Krankenöl gesalbt; dort hat er uns gebeten, ihn auch als Behinderten wieder in unsere Runde aufzunehmen. Doch er konnte nach der Operation alle Glieder bewegen. Das war eine überwältigende Freude für ihn. Aber es war Krebs – in kürzester Frist wird der Tumor wieder gewachsen sein. Michael hat gekämpft, sein und oft auch unser Leben umgestellt, Naturheilverfahren angewendet. Und die Bemühungen hatten zunächst einmal Erfolg. Was soll uns seine Krankheit sagen, fragte er sich und uns.

Im Juli wieder erste Beschwerden. Einen Brief an alle Freunde schrieb er daraufhin; wir haben noch Kopien davon. Aufs Neue hat er gerungen: er wurde bestrahlt, um Zeit zu gewinnen. In Gries – Franz Jalics sollte ihn bei den Meditationen helfen – wollte er dann nochmals den Durchbruch zu sich selbst wagen. Doch im Dezember ließen die Kräfte deutlich nach. „Dein Reich komme“, das war die Bitte, die ich Silvester ganz deutlich von ihm gehört habe.

Michael hat sich im letzten Jahr auf den Tod vorbereitet und doch auch zäh mit ihm gekämpft. Am 9. Januar 86 haben wir Michael liegend nach Berlin zurückgeholt, wo er im Peter-Faber-Kolleg gute Pflege gefunden hat. Franz war die letzten Wochen bei ihm und noch viele andere haben ihm geholfen. Ihnen allen sei unser Dank. In den letzten Wochen wurde er schwächer und schwächer. Er konnte nicht mehr sprechen und gehen. Am 28. Januar trat Fieber auf; so mußte er den ersten Tag im Bett bleiben. Bis zum Schluß sind ihm große Schmerzen erspart geblieben.

Dankt mit uns für jeden Tag des Lebens von Michael und stützt einander, wie er es versucht hat: Ein Arbeiter der Aussaat, der die Ernte nicht mehr unter uns erlebt.

Berlin, den 29. Januar 1986

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