a4) Susanne Szemerédy

Coverabbildung

Susanne Szemerédy
Vom Gastgeber zur Geisel des Anderen
Religiöse Erfahrung bei Exerzitien auf der Straße
Reihe: Münchner Studien zur Erwachsenenbildung
Bd. 8, 2013, 360 S., 34.90 EUR, 34.90 CHF, br., ISBN 978-3-643-11681-9Während Exerzitien im Alltag inzwischen weitgehend bekannt sind, stellen Exerzitien auf der Straße ein neues, anspruchsvolles Setting für religiöse Erfahrung dar. Die Autorin legt die erste umfassende Darstellung dieser Exerzitienform mittels einer empirisch-deskriptiven und philosophisch deutenden Untersuchung vor. Deskriptionen von Erfahrungen mit dieser Exerzitienform werden in den Kontext einer religionssoziologischen Gegenwartsanalyse gestellt und aus bildungstheoretischer Perspektive werden Herausforderungen an die religiöse Erwachsenenbildung formuliert. Mit der Philosophie von Emmanuel Lévinas findet die Autorin einen Interpretationsrahmen, der die Weite einer offenen Religiosität und die Unaussprechlichkeit bzw. die Indirektheit der Gotteserfahrung sichert und zudem für die Exerzitienbegleitung ein Kriterium anbietet, das hilft, zwischen der spirituellen und psychologischen Ebene zu unterscheiden.Nach dem Studium der Sozialen Arbeit, der Philosophie und der Erwachsenenpädagogik arbeitet Susanne Szemerédy derzeit als Bewährungshelferin in München.

1. Vorwort 01

2. Ausgangsposition 07

2.1. Forschungsfrage 08

2.2. Konzeption der Arbeit 11

2.3. Persönlicher Hintergrund der Forschenden 17

2.4. Die Spätphilosophie von Emmanuel Levinas 20

2.4.1. Der biografische Hintergrund 21

2.4.2. Die zentralen Denkfiguren und Metaphern im Denken von Emmanuel

Levinas 25

2.5. Die gesellschaftliche Situation Anfang des 21. Jahrhunderts und ihre Auswirkungen auf die Möglichkeit religiöser

Erfahrung 27

2.4.1. Säkularisierung 27

2.4.2. Pluralisierung 28

2.4.3. Globalisierung 29

2.4.4. Individualisierung 30

2.4.5. Auswirkungen 32

2.6. Zusammenfassung 43

3. Begriffsklärungen – erste Annäherungsversuche 45

3.1. Religiöse Erfahrung 45

3.1.1. Erfahrung 47

3.1.1.1. Erfahrung im alltäglichen Sprachgebrauch 47

3.1.1.2. Die dialogische Theorie der Erfahrung 51

3.1.1.2.1. Wahrnehmung 54

3.1.1.2.2. Erfahrung 55

3.1.1.2.3. Interpretation 57

3.1.1.2.4. Ereignis 58

3.1.1.2.4.1. Inhalt einer Paradoxieerfahrung 59

3.1.1.2.4.2. Antizipatorisches Moment jeder Erfahrung 60

3.1.1.2.4.3. Bedingung für Erfahrungsweisenwechsel 62

3.1.1.3. Der Erfahrungsbegriff bei Levinas 64

3.1.2. Religion 66

3.1.3. Das Spezifikum der religiösen Erfahrung 70

3.2. Straße 77

3.2.1. Der gepflasterte Weg 77

3.2.2. Straßenassoziationen 81

3.2.3. Der Lebensraum Straße 83

3.3. Exerzitien 93

3.4. Der/die/das Andere 98

3.4.1. Das Andere und das Selbe 101

3.4.2. Das Eigene und das Fremde 102

3.4.3. Die Armen, Fremden, Witwen und Waisen 109

3.4.4. Der/die/das Andere auf der Straße 112

3.5. Zusammenfassung 118

4. Die Exerzitien auf der Straße 121

4.1. Der Gründer der Straßenexerzitienbewegung P. Christian Herwartz S.J. 122

4.2. Entstehungsgeschichte 135

4.2.1. Die Geburtsstunde der Straßenexerzitien 136

4.2.2. Traditionelle Wurzeln und der Versuch einer Aktualisierung 141

4.2.2.1. Das ignatianische Movens – Erlernen der Contemplatio

als Einzelne/r 143

4.2.2.2. Das benediktinische Element – Leben in und aus Communio 149

4.2.2.3. Das franziskanische Supplement – Compassio mit den Armen 162

4.3. Das Konzept 166

4.3.1. Rahmenbedingungen 167

4.3.2. Geistliche Impulse 168

4.3.2.1. Sehhilfen 169

4.3.2.1.1. Die persönliche Sehnsucht (nach Gerechtigkeit) 169

4.3.2.1.2. Der hundertste Name Gottes 172

4.3.2.1.3. Der brennende Dornbusch 173

4.3.2.1.4. Die Fußwaschung 179

4.3.2.1.5. Die Emmausjünger 182

4.3.2.2. Das Sakrament der Straße 185

4.3.3. Methodik 189

4.3.3.1. Die Gruppe 189

4.3.3.1.1. Die Großgruppe 190

4.3.3.1.2. Die Kleingruppe 191

4.3.3.1.3. Die Straße in der Gruppe 192

4.3.3.2. Der Weg des/-r Einzelnen 195

4.3.3.3. Das Begleitungsgeflecht 197

4.3.4. Intendierte Haltungen bei ExerzitandInnen und BegleiterInnen 199

4.3.4.1. Zeugnis geben – Zeuge-sein 200

4.3.4.2. Sich-auf-das-Unbekannte-draußen-einlassen 202

4.3.4.3. Sich-zeigen 203

4.3.5. Das Gratisprinzip 205

4.3.6. Abgewandelte Formen des ursprünglichen Konzeptes 205

4.4. Verwandte buddhistische Konzepte 206

4.4.1. Street-Zen 207

4.4.2. Der Ansatz der peacemaker 210

4.5. Das GCL-Konzept 215

4.6. Zusammenfassung 219

5. Die Exerzitien auf der Straße im Spiegel der

Philosophie der Gabe 221

5.1. Die Spur 221

5.1.1. Das Sein und das Selbe – Einstieg in die Exerzitien 222

5.1.2. Bewegung ohne Wiederkehr – Sich-auf-das-Unbekannte-draußen-

einlassen 226

5.1.3. Bedürfnis und Begehren – ein Mittel der Unterscheidung 229

5.1.4. Die Diakonie – in Exerzitien geben 235

5.1.5. Die Spur – die Straße als „Spielwiese Gottes“ 237

5.1.6. Die Spur und die „Illeität“ – die Konfrontation der Straße 239

5.2. Vom Gastgeber zur Geisel 242

5.2.1. Gastgeben 246

5.2.2. Sich aussetzen 248

5.3. Geschicktes Geben – Zeugnis geben 253

5.3.1. Die Ambivalenz der Gabe/ des Gebens 254

5.3.2. Vom Geschick 259

5.3.3. Der Ausbruch aus dem Zirkel der strengen Wechselseitigkeit empirischen Gebens und der Indifferenz transzendentaler Gabe im geschickten Geben, der Begabung zum Geben 262

5.3.3.1. Durch die Aufmerksamkeit auf der Straße 264

5.3.3.2. Durch das Geschickt-sein und -werden auf der Straße 267

5.3.3.3. Durch das Zeugnisgeben auf der Straße 269

5.4. Das Gesicht des Anderen 273

5.5. Zusammenfassung 280

6. Beantwortung der Forschungsfragen 282

7. Erfahrungsberichte 286

7.1. „Maria“ 286

7.1.1. Interviewleitfaden 286

7.1.2. Transkriptionsregeln 288

7.1.3. Beschreibung der Interviewsituation 289

7.1.4. Interviewtranskription 290

7.2. „Hans“ 315

7.2.1. Hinführung 315

7.2.2. Originaldokument 315

7.3. „Susanne“ 339

7.3.1. Hinführung 339

7.3.2. Originaldokument 340

8. Nachwort 350

9. Literaturverzeichnis 351

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