2015 Exerzitien Wo sich der Himmel öffnet Advent

Einladung zu den Exerzitien im Alltag zur Vorbereitung auf die Advents- und Weihnachtszeit vom 19. November bis 17. Dezember 2015
mit Christian Herwartz SJ, Jutta Becker und Reinhard Herbolte

Wo sich der Himmel öffnet
19.11. Gott kommt auf mich zu
26.11. Wen stellt Gott mir vor Augen?
3.12. Geh hin!
10.12. Sei klug!
17.12. Flucht und Neuanfang
Advents- und Weihnachtszeit laden uns ein, der Ankunft Gottes in unser Leben nachzuspüren: Einüben ins Hören, in die Stille zu kommen, Abhängigkeiten wahrnehmen, Ballast abwerfen, die eigene innere Sehnsucht entdecken, Spuren Gottes erkennen, …

Voraussetzung zur Teilnahme ist, sich mehrere Wochen lang auf diesen Weg einzulassen: tägliche Meditation und Teilnahme an den wöchentlichen Gruppentreffen mit Reflexion der gemachten Erfahrungen. Außerdem wird angeboten, an einem Samstag einige Stunden „auf die Straße zu gehen“ und anschließend die Erfahrungen gemeinsam zu reflektieren. Mögliche Termine hierfür sind der 5. oder der 12. Dezember.
Die Exerzitien beginnen am Donnerstag, 19. November 2015 um 19.30 Uhr (nach der Abendmesse) in den Gemeinderäumen von St. Michael, Waldemarstr. 8

Diese Exerzitien finden in Vorbereitung auf das Weihnachtsfest statt und wollen uns innerlich öffnen für diesen Schritt der Menschwerdung Gottes in uns. Er geschieht mit Blick auf Abraham mitten in der Heilsgeschichte. Es wird eine Brücke geschlagen zwischen Gott und uns. Oft erfahren wir diesen Vorgang als traumhaftes Sehen. Doch Jakob erwacht und deutet die Situation als ein Begreifen der Wirklichkeit. Er erschrickt sich. Ein heilsames Erschrecken vor dem wir bei der Geburt Jesu auch stehen.

1. Impuls: Gott kommt auf mich zu

Und er hatte einen Traum; und siehe, eine Leiter war auf die Erde gestellt, die reichte mit der Spitze bis an den Himmel. Und siehe, auf ihr stiegen die Engel Gottes auf und nieder. Und siehe, der Herr stand über ihr und sprach: Ich bin der Herr, der Gott deines Vaters Abraham und der Gott Isaaks; das Land, auf dem du liegst, will ich dir und deinem Samen geben. Und dein Same soll werden wie der Staub der Erde, und nach Westen, Osten, Norden und Süden sollst du dich ausbreiten; und in dir und in deinem Samen sollen gesegnet werden alle Geschlechter der Erde! Und siehe, ich bin mit dir, und ich will dich behüten überall, wo du hinziehst, und dich wieder in dieses Land bringen. Denn ich will dich nicht verlassen, bis ich vollbracht habe, was ich dir zugesagt habe!

Als nun Jakob von seinem Schlaf erwachte, sprach er: Wahrlich, der Herr ist an diesem Ort, und ich wußte es nicht! Und er fürchtete sich und sprach: Wie furchtgebietend ist diese Stätte! Hier ist nichts anderes als das Haus Gottes, und dies ist die Pforte des Himmels! Genesis 28, 10- 17

Diese Exerzitien finden in Vorbereitung auf das Weihnachtsfest statt und wollen uns innerlich öffnen für diesen Schritt der Menschwerdung Gottes in uns. Er geschieht mit Blick auf Abraham mitten in der Heilsgeschichte. Es wird eine Brücke geschlagen zwischen Gott und uns. Oft erfahren wir diesen Vorgang als traumhaftes Sehen. Doch Jakob erwacht und deutet die Situation als ein Begreifen der Wirklichkeit. Er erschrickt sich. Ein heilsames Erschrecken vor dem wir bei der Geburt Jesu auch stehen.

Wie können wir bereit sein, diese Überraschung zuzulassen, sie nicht abzuwehren und darüber in ein neues Handeln in der Nähe Gottes zu kommen?

2. Impuls „ Gott öffnet mir die Augen – für liebende Geduld“

„Die Geburt Jesu Christi geschah aber so: Als Maria, seine Mutter, dem Josef vertraut (dh. verlobt) war, fand es sich, ehe er sie heimholte, daß sie schwanger war von dem heiligen Geist. Josef aber, ihr Mann, war fromm und wollte sie nicht in Schande bringen, gedachte aber, sie heimlich zu verlassen. Als er das noch bedachte, siehe, da erschien ihm der Engel des HErrn im Traum und sprach: Josef, du Sohn Davids, fürchte dich nicht, Maria, deine Frau, zu dir zu nehmen; denn was sie empfangen hat, das ist vom heiligen Geist. Und sie wird einen Sohn gebären, dem sollst du den Namen Jesus geben, denn er wird sein Volk retten von ihren Sünden. Das ist aber alles geschehen, damit erfüllt würde, was der HErr durch die Propheten gesagt hat, der da spricht (Jesaja 7,14): ‚Siehe, eine Jungfrau wird schwanger sein und einen Sohn gebären, und sie werden ihm den Namen Immanuel geben‘, das heißt übersetzt: Gott mit uns. Als nun Josef vom Schlaf erwachte, tat er, wie ihm der Engel des HErrn befohlen hatte, und er nahm seine Frau zu sich. Und er berührte sie nicht, bis sie einen Sohn gebar; und er gab ihm den Namen Jesus“. (Matthäus 1,18-25)

Josef ist fromm, Gott vertraut, er ist wie Abraham und David und alle seine Vorfahren eingebunden in die heilige Geschichte des Gottesvolkes; und Josef ist Maria vertraut, er liebt Maria, noch will er gegen allen Augenschein öffentlich zu ihr halten; innerlich, heimlich aber hat er sich von ihr, die er nicht versteht, entfernt. Er möchte sie am liebsten verlassen, weglaufen.
Wieder öffnet sich in der Gottesgeschichte der Himmel im Traum: Der Engel des HErrn erscheint und spricht – Josefs Angesicht und Ohren weiten sich, er sieht und hört noch nie Vernommenes: Maria trägt Gottes Geheimnis in sich: den Immanuel, den Gott mit uns. Josef soll nicht vor dem, was ihm noch unbegreiflich ist, fliehen. Josef hört den Namen Immanuel und er hört auch, daß er den Namen Jesus – Gott rettet- aussprechen wird. Noch muß er abwarten, Geduld haben, ohne daß er schon sieht, was er einst bekennen wird. Er muß lernen, die Situation auszuhalten – in Liebe zu Gott und in Liebe zu Maria. Was draus wird? Im biblischen Buch Hohelied der Liebe heißt es immer wieder (K.2,7; 8,4…): „Weckt die Liebe nicht auf, bevor es ihr selber gefällt“ . Das Geheimnis, das Maria in sich birgt, soll nicht zerredet werden, nicht zerstört, nicht durch Weglaufen verraten werden, nicht ans Licht gezerrt werden vor der Zeit: Josef muß warten, bis sich das Geheimnis der Liebe selbst entbirgt, bis es der Liebe gefällt, ihre Frucht zu zeigen. Es wird die Zeit kommen, wo Josef selber sehen und sprechen wird: Jesus – Gott rettet; Immanuel – ja, Gott ist mit uns und ich habe es nicht geglaubt, ich wollte davonlaufen. Alle Geduld, alle Liebe bringt Frucht. Keine Liebe ist umsonst – wir sind umfangen von Gottes Liebe – in jeder Situation. Manchmal muß es uns verkündet werden!
Vor welcher Situation will ich am liebsten fliehen, weil sie mir Schmerz, Peinlichkeit, Scham oder Mühe macht? Was hilft mir, standzuhalten? Glaube ich, vertraue ich geduldig darauf, daß mir aufgehen wird, wie nah mir Christus ist? Ändere ich mich dabei?

Und er hatte einen Traum; und siehe, eine Leiter war auf die Erde gestellt, die reichte mit der Spitze bis an den Himmel. Und siehe, auf ihr stiegen die Engel Gottes auf und nieder. Und siehe, der Herr stand über ihr und sprach: Ich bin der Herr, der Gott deines Vaters Abraham und der Gott Isaaks; das Land, auf dem du liegst, will ich dir und deinem Samen geben. Und dein Same soll werden wie der Staub der Erde, und nach Westen, Osten, Norden und Süden sollst du dich ausbreiten; und in dir und in deinem Samen sollen gesegnet werden alle Geschlechter der Erde! Und siehe, ich bin mit dir, und ich will dich behüten überall, wo du hinziehst, und dich wieder in dieses Land bringen. Denn ich will dich nicht verlassen, bis ich vollbracht habe, was ich dir zugesagt habe!

Als nun Jakob von seinem Schlaf erwachte, sprach er: Wahrlich, der Herr ist an diesem Ort, und ich wußte es nicht! Und er fürchtete sich und sprach: Wie furchtgebietend ist diese Stätte! Hier ist nichts anderes als das Haus Gottes, und dies ist die Pforte des Himmels! Genesis 28, 10- 17

Diese Exerzitien finden in Vorbereitung auf das Weihnachtsfest statt und wollen uns innerlich öffnen für diesen Schritt der Menschwerdung Gottes in uns. Er geschieht mit Blick auf Abraham mitten in der Heilsgeschichte. Es wird eine Brücke geschlagen zwischen Gott und uns. Oft erfahren wir diesen Vorgang als traumhaftes Sehen. Doch Jakob erwacht und deutet die Situation als ein Begreifen der Wirklichkeit. Er erschrickt sich. Ein heilsames Erschrecken vor dem wir bei der Geburt Jesu auch stehen.

Wie können wir bereit sein, diese Überraschung zuzulassen, sie nicht abzuwehren und darüber in ein neues Handeln in der Nähe Gottes zu kommen?

3. Impuls: Woche Geh hin!

Lk 2, 8-20
8 In jener Gegend lagerten Hirten auf freiem Feld und hielten Nachtwache bei ihrer Herde. 9 Da trat der Engel des Herrn zu ihnen und der Glanz des Herrn umstrahlte sie. Sie fürch­teten sich sehr, 10 der Engel aber sagte zu ihnen: Fürchtet euch nicht, denn ich verkünde euch eine große Freude, die dem ganzen Volk zuteil werden soll: 11 Heute ist euch in der Stadt Davids der Retter geboren; er ist der Messias, der Herr. 12 Und das soll euch als Zei­chen dienen: Ihr werdet ein Kind finden, das, in Windeln gewickelt, in einer Krippe liegt. 13 Und plötzlich war bei dem Engel ein großes himmlisches Heer, das Gott lobte und sprach: 14 Verherrlicht ist Gott in der Höhe /und auf Erden ist Friede / bei den Menschen seiner Gnade. 15 Als die Engel sie verlassen hatten und in den Himmel zurückgekehrt wa­ren, sagten die Hirten zueinander: Kommt, wir gehen nach Betlehem, um das Ereignis zu sehen, das uns der Herr verkünden ließ. 16 So eilten sie hin und fanden Maria und Josef und das Kind, das in der Krippe lag. 17 Als sie es sahen, erzählten sie, was ihnen über die­ses Kind gesagt worden war. 18 Und alle, die es hörten, staunten über die Worte der Hir­ten. 19 Maria aber bewahrte alles, was geschehen war, in ihrem Herzen und dachte dar­über nach. 20 Die Hirten kehrten zurück, rühmten Gott und priesen ihn für das, was sie ge­hört und gesehen hatten; denn alles war so gewesen, wie es ihnen gesagt worden war.

Mitten im Alltag, bei der Nachtwache, erhalten die Hirten eine Botschaft, die sie aufrüttelt. Sie erfahren etwas, was Generationen vor ihnen erhofft hatten: Der Retter ist da! Sie erle­ben für einen Moment „den Himmel offen“. Sie hören die Botschaft nicht nur. Sie handeln auch. Sie tauschen das Erlebte aus und gehen hin, und zwar sofort. Die Begegnung mit dem Kind in der Krippe hat ihr Leben wahrscheinlich verändert.
Das Wort hören, ja mit dem Herzen hören und handeln, bereit sein zum Aufbruch, Neues wagen. Wenn das gelingt, können auch wir etwas vom „offenen Himmel“ erfahren.
Der Alltagstrott kann zur Falle werden, wenn wir nicht offen sind für neue Impulse. Störungen haben Vorrang. Das gilt auch hier: Offen sein und „warten auf das Ereignis Gottes“. (Frère Roger Schütz). Der Tag auf der Straße kann uns dabei helfen.
Es gibt keinen Augenblick in unserem Leben, in dem wir nicht einen neuen Weg ein­schlagen könnten“. (Charles de Foucault)

 

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