17 Einladende Texte

Der Herr segne Dich;
er erfülle Dein Herz mit Freude,
Deine Augen mit Lachen,
Deine Ohren mit Musik,
Deine Nase mit Wohlgeruch,
Deinen Mund mit Jubel,
Deine Hände mit Zärtlichkeit,
Deine Arme mit Kraft,
Deine Füße mit Tanz.
+
Er bewahre Dich vor allem Ungemach
und beschütze Dich zu allen Zeiten.
+
So segne Dich der gute Gott,
der Vater, Sohn und heiliger Geist.
Jetzt, nicht morgen,
hier, nicht irgendwo,
plötzlich, nicht irgendwann,
an der Haut,
nicht oben am Firmament,
im Gewissen, nicht draußen,
in den Ohren,
in den Augen,
an den Fingerspitzen,
an den Fußsohlen:
du.

Ein irisches Gebet
Nimm dir Zeit zum Arbeiten – es ist der Preis des Erfolgs
Nimm dir Zeit zum Denken – es ist die Quelle der Kraft
Nimm dir Zeit zum Spielen – es ist das Geheimnis ewiger Jugend
Nimm dir Zeit zum Lesen – es ist der Brunnen der Weisheit
Nimm dir Zeit zu lieben und geliebt zu werden – es ist der wahre Reichtum des Lebens
Nimm dir Zeit dich umzuschauen – der Tag ist zu kurz, um selbstsüchtig zu sein
Nimm dir Zeit zum Lachen – es ist die Musik der Seele
Nimm Dir Zeit, freundlich zu sein – es ist der Weg zum Glück

https://nacktesohlen.wordpress.de/schatzkiste-exerzitien-auf-der-strasse-1/gebete-texte-ikone/regina-meinem-gott-von-ganz-unten

1998 Gebete zwischendurch von Gottfried Bachl
2005 Auf der Straße des Lebens
2017 Gebet im Zeitalter des Terrors
2017 Gebete der Religionen
2017 Am Ende der Eucharistie
2018 Meinem Gott von ganz unten

Das Wesen des Gebetes

Das Wesen des Gebetes besteht in der Aufmerksamkeit. Dies liefert uns den Schlüssel zu einer christlichen Konzeption des Studiums. Im Gebet richtet die Seele alle Aufmerksamkeit, derer sie fähig ist, auf Gott, und die Beschaffenheit des Gebetes hängt zu einem großen Teil von der Beschaffenheit der Aufmerksamkeit ab. Wenn es hieran mangelt, kann auch die Wärme des Gefühls keine Abhilfe schaffen. – Nur die Spitze der Aufmerksamkeit tritt mit Gott in Berührung, wenn das Gebet inständig und rein genug ist, dass eine solche Berührung stattfindet.

Ein geheimnisvolles Gesetz

Ein geheimnisvolles Gesetz bewirkt, dass ein Mensch, der Gott berührt, in diesem Augenblick schön aussieht. Genauso die Linien, Klänge, Wortkombinationen etc., die von ihm in diesem Zustand ausgehen. Etwas zieht das Fleisch zum Göttlichen hin; wie könnten wir sonst je gerettet werden?
Der Blick und das Warten, das ist die Haltung, die dem Schönen entspricht. Solange man denken, wollen, wünschen kann, erscheint das Schöne nicht.

Glück

Es gibt kein Glück, das der inneren Stille gleichkäme.

Von Simone Weil

Die sozial engagierte jüdische Philosophin Simone Weil, geboren am 5. Februar 1909 in Paris, gestorben am 24. August 1943 in Ashford/England wuchs in einem intellektuell anspruchsvollen familiären Milieu auf. Nach dem Studium unterrichtete sie zunächst Philosophie, setzte sich aber immer intensiver mit Fragen zu den Problemen sozial Benachteiligter auseinander. 1934/35 arbeitete sie als Hilfsarbeiterin, um das Leben der Industriearbeiter zu teilen und Einsicht in das Fabriksystem zu gewinnen. Selbstlos und leidenschaftlich trat sie für die Entrechteten und Unterprivilegierten ein – als Jüdin aus dem Geist Jesu Christi. In ihren letzten Lebensjahren stand sie einem mystisch erfahrenen Christentum nahe, das auf der Seite der Ohnmächtigen und Schutzlosen steht. Sie bekannte sich zu einem wahrhaft universalen Katholizismus.