2018 Ausschreibung der Straßenexerzitien in Berlin

Exerzitien sind Übungen.

Wer Exerzitien macht, übt sich zu allererst im bewussten Wahr-nehmen: Was sehe und höre ich? Was geht ab da draußen und hier drinnen? Und welche Bedeutung hat das für mich und mein Leben?

Das geht auch mitten in der Stadt: fast den ganzen Tag auf der Straße, unterwegs mit viel unverplanter Zeit und ohne festes Ziel. Zum Drogenkiez, ins Arbeitsamt, in eine Kirche oder Moschee, zu dem Denkmal da oder ans Flussufer dort? Die Stadt zeigt alle, auch die unbequemen und verdrängten Seiten unserer Gesellschaft und spiegelt damit die verdrängten Seiten auch von uns selbst. Gott kann an den unterschiedlichsten Orten warten, um uns neu und weiter ins Leben zu rufen.

Abends kehren die Übenden zum gemeinsamen, selbst zubereiteten, Essen zurück in eine sehr einfache Gemeinschaftsunterkunft (Schlafsack und Isomatte). Dann erzählen sie von ihren Wegen und Entdeckungen, vom Stehenbleiben und sich Annähern an Orte, die sie als wichtig, aufwühlend oder heilig erfahren haben. Auch von Schwierigkeiten, Ängsten und den Dornbüschen, die ihnen an diesem Tag oder in ihrem Leben begegnet sind, erzählen sie. Wir begleiten sie aufmerksam, damit sie erkennen können, wohin ihr Weg führt, und feiern gemeinsam einen einfachen Gottesdienst.

Exerzitien auf der Straße richten sich insbesondere an Menschen, die wenig oder keine Erfahrung mit Exerzitien oder Mühe mit dem Wort „Gott“ haben, aber nach der Wirklichkeit suchen, die sie aufatmen und neu sehen lässt. Und sie eignen sich für Exerzitienerfahrene, die bereit sind, in dieser einfachen Form den zu suchen, der sagt: „Ich bin die Straße, die Wahrheit und das Leben“ (Joh 14,6).

Datum:           Mi, 06. Juni 9:00 bis Sa, 09. Juni 17:00
Begleitende: Kathrin Happe, P. Christian Herwartz SJ,
……………………..Andrea Scherer, Stephan Struwe
Ort:                 Diözesangeschäftsstelle (Malteser)
…………………….Alt Lietzow 33, 10587 Berlin
Kosten:          keine, Verpflegung in Eigenregie organisiert