Protest Bremer Theologinnen und Theologen

gegen Bundeswehrauftritte auf dem Ev. Kirchentag in Berlin und Wittenberg

Die von Verteidigungsministerium und Bundeswehr betriebene Militarisierung des öffentlichen Lebens erfasst immer mehr die verschiedensten Lebensbereiche, auch die der Kirche. Das macht der jetzt stattfindende 36. Evangelische Kirchentag in Berlin und Wittenberg deutlich. So spielt am Eröffnungsabend die Big Band der Bundeswehr und die Bundesministerin für Verteidigung, Ursula von der Leyen, hält die Predigt eines repräsentativen Militärgottesdienstes in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche, deren Eingänge von der Militärpolizei bewacht sein werden.
Parallel zum Kirchentag wird auf der „Weltausstellung Reformation“ in Wittenberg das Objekt „Café Friedenswege“ durchgeführt. Es wird veranstaltet von der „Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden“ (AGDF) und der „Evangelischen Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden“ (EAK), zusammen mit der „Evangelischen Seelsorge in der Bundeswehr“, deren Seelsorger vom Staat finanziert werden. Das bedeutet, dass die Bundeswehr über die Militärseelsorge in Teile der kirchlichen Friedensbewegung eindringt.
Wir Bremer Theologinnen und Theologen protestieren gegen diese militärischen Auftritte in kirchlichen Veranstaltungen, die dem christlichen Friedensauftrag widersprechen und ihn unglaubwürdig machen.

14 Bremer Theologinnen und Theologen und weitere Personen haben die Erklärung unterzeichnet.

Radio Bremen:

Kirchlicher Protest

Bremer Theologen kritisieren Militarisierung der Kirche

Verteidigungsministerin von der Leyen predigt auf dem Evangelischen Kirchentag in Berlin. Mehrere Bremer Theologinnen und Theologen sehen das als Affront. Ein weiterer Beweis sei das für die zunehmende Militarisierung des öffentlichen Lebens und vor allem der Kirche.

Wenn beim 36. Evangelischen Kirchentag in Berlin und Witteberg die Verteidigungsministerin bei einem Militärgottesdienst in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche predige, die Eingänge von Militärpolizisten bewacht würden, und wenn dazu noch die Big Band der Bundeswehr am Eröffnungsabend spiele, dann sei das ein deutliches Zeichen für die fortschreitende Militarisierung in der Kirche.

Die Theologen werfen dem Verteidigungsminsiterium und der Bundeswehr vor, diese Militarisierung bewusst zu betreiben und auch in Teile der kirchlichen Friedensbewegung einzudringen.

In einer Erklärung, die 14 Theologinnen und Theologen aus Bremen unterzeichnet haben, heißt es: „Wir protestieren gegen diese militärischen Auftritte in kirchlichen Veranstaltungen, die dem christlichen Friedensauftrag widersprechen und ihn unglaubwürdig machen.“

Dieses Thema in den Hörfunknachrichten von Radio Bremen: 22. Mai 2017, 22 Uhr

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