Katholische Kirche attackiert Armutsberich

1. Armutsbericht des DPWV: Katholische Kirche spricht von „Übertreibung und Skandalisierung“
Von Joachim Frank

Gerhard Kruip, Peter Neher und Franz-Josef Overbeck (v. l. n. r.)
Bergisch Gladbach –

Mit einer ungewöhnlich scharfen Attacke auf den Armutsbericht des Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverbands (DPWV) hat die katholische Kirche eine Debatte über die Beschreibung der sozialen Lage in Deutschland eröffnet. „Übertreibung und Skandalisierung“ drohten das Vertrauen in den Sozialstaat zu untergraben und Ängste zu schüren, sagte der für soziale Fragen zuständige Bischof von Essen, Franz-Josef Overbeck, auf der Frühjahrsvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz in Bergisch Gladbach. Indirekt warf er dem „Paritätischen“ vor, das Geschäft der Rechtspopulisten zu betreiben. Wer diesen das Wasser abgraben wolle, sollte das Thema soziale Ungleichheit ernst nehmen, aber „keinen Untergangsdiskurs führen“.

„Mit Schlagworten hochgespielt“

Der Präsident des Deutschen Caritasverbands, Peter Neher, sprach von einem „Geschäftsmodell“ des DPWV, Armut und Abstiegsrisiken mit Schlagworten hochzuspielen. Ein Satz wie „Die Armut war noch so nie hoch“ helfe keinem einzigen Betroffenen aus der Armutsfalle. Neher verlangte stattdessen eine präzise Beschreibung der Verhältnisse. Tatsächlich gebe es in Deutschland eine wachsende Ungerechtigkeit bei der Verteilung der Vermögen und bei den Bildungschancen, die je nach sozialer Herkunft und Bildungsstand der Eltern sehr ungleich seien.

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