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2021 Miserior

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Wenn wir etwas Neues mit den Händen schaffen, dann
vergessen wir oft die uns tragenden Füße. Bei einem Kind
oder einer Geliebten streicheln wir sie noch; beim Tan-
zen drücken wir mit ihnen unsere Freude aus, und beim
Pilgern lassen wir uns wie Israel aus dem babylonischen
Exil in die Weite Gottes tragen: „Du stellst meine Füße auf
weiten Raum.“ (Psalm 31,9)
Im Gegensatz zu den Füßen öffnen sich bei der Begrü-
ßung eines Gastes unsere Hände. Die Füße bleiben oft
verborgen. Auf ihnen sehen wir wie auf einem zweiten Ge-
sicht intime Spuren der Lebensabschnitte, in denen wir
nicht gesehen wurden.
Doch mit ihnen hinterlassen wir unseren Fußabdruck
auf der Straße des Lebens.
Wird sie uns in eine lebensfreundliche Welt mit Hand
und Fuß führen, oder haben wir die Natur so stark aus-
gebeutet, dass die Lebensmöglichkeiten der kommenden
Generationen beschnitten sind?
Bei einer Demonstration gegen steigende Lebenshal-
tungskosten und ungerechte Bildungs- und Arbeitschan-
cen in Santiago de Chile verlor im Oktober 2019 der uns
entgegenkommende Fuß auf dem Hungertuch den „Bo-
den unter den Füßen“ und zerbrach beim anschließen-
den Polizeieinsatz, der von der landesweiten sozialen
Ungleichheit ablenken sollte: 5000 Verletzte, 26 Todesfäl-
le, mehr als 7000 Verhaftungen. Lilian Moreno Sánchez
erinnert das Geschehen und zeichnete das Röntgenbild
auf die Bett wäsche.
Im Lukasevangelium lesen wir: Eine in der Gesellschaft
verstoßene Frau wäscht in ihrer Not Jesu Füße mit ihren
Tränen. Jesus verteidigt ihre Würde vor den versammelten
Männern. Als ihn die Angst vor seiner Ermordung über-
wältigen will, wäscht er seinen Jüngern und Jüngerinnen
die Füße (Joh 13). Petrus will diesen Sklavendienst nicht
annehmen. Doch Jesus ermahnt ihn, dies zuzulassen und
ihn selbst zu erlernen. Petrus zieht – ähnlich wie Mose
vor dem Angesicht Gottes im brennenden, aber nicht ver-
brennenden Dornbusch – seine Schuhe im Respekt vor
der ganzen Wirklichkeit des Lebens aus, die wir Gott nen-
nen.
In dieses Jetzt sind auch wir gerufen. Für diesen alltäg-
lichen Kampf – so ermahnt uns Paulus im Epheserbrief
– sollten wir nach der Rüstung Gottes greifen, den Gürtel
der Wahrheit anlegen und in die Schuhe der Bereitschaft
schlüpfen und uns so für das Evangelium des Friedens
einsetzen (Eph 6,15). Der Brief ist an Juden gerichtet, die
sich zu Jesus als ihrem Messias bekennen. Paulus listet
die Schritte ins Leben für sie und uns nach einer solchen
Glaubensvertiefung auf: Dank, Entdecken des Glaubens
der Kirche, Beistand für die Bedrängten und das Gebet
für die Menschen (Lk 7,36ff ).
Wir sind eingeladen, den intimen Raum unserer Her-
zen zu öffnen und unseren Fuß in den weiten Raum Got-
tes zu setzen, der uns, mit ihm verwandt (Gen 1,26) und
nach seinem Bild als Mann und Frau erschuf und der uns
seinen Geist einhauchte (Gen 2,7; Joh 20,22), der in der
Nachfolge Jesu zum liebenden Rollenwechsel befähigt (Lk
24,30). Unser Mitgefühl mit den Beiseite-Geschobenen,
den Trauernden, Kranken, Hungrigen, Verirrten entfaltet
sich (Mt 10,7) und lässt uns in dem anvertrauten Licht
wachsen (Joh 8,12), das in unserer Liebe auch für andere
sichtbar wird.
1 Dr. Ulrike Bail/Frank Crüsemann/Helene Crüsemann (Hrsg.): Bibel in gerechter
Sprache © 2006, Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh, in der Verlagsgruppe Random
House GmbH.
Machen Sie sich auf den Weg! Wir laden Sie und Ihre
Gruppe ein, sich mit den Themen des Hungertuches
in Kopf und Herz auf die eigene Lebensstraße zu
begeben und dieser Erfahrung Hand und Fuß zu ver-leihen. Welche Spuren hinterlassen wir kommenden
Generationen? Anregungen dazu finden Sie im
Baustein „Lebenslinien“ von Irene Löffler und in den
theaterpädagogischen Bausteinen von Ben Hergl, der
Elemente eines Straßentheaters nach Augusto Boal
vorschlägt (beides auf der DVD zum Hungertuch).
TIPP

Wurzel einer Politikverdrossenheit: Verfassungsbruch https://nacktesohlen.wordpress.com/jetzt__trashed/1-2-2/

Im saarländischen Fernsehen war folgendes zu sehen:
http://sr-mediathek.sr-online.de/index.php?seite=7&id=49156
Tagesexerzitien in Saarbrücken

/Eine Sendung über die Arbeit von Pia
home/lenovo/Downloads/20170412_003.m4a

Arbeiterpriester Stichwort für ein TV-Gespräch
https://nacktesohlen.wordpress.com/jetzt__trashed/arbeiterpriester…ein-tv-gespraech/

¿Cómo me enteré de la calle Naunyn?
https://nacktesohlen.wordpress.com/schatzkiste-exerzitien-auf-der-strasse-1/buecher-zu-den-strassenexerzitien-und-andere-infos/10108-2/2008-una-comunita-in-cammino-ai-margini/la/

Das Gespräch ist auf dem Sender Bibeltv abrufbar unter:
http://www.bibeltv.de/mediathek/video/der-arbeiterpriester-10130/?no_cache=1&cHash=e5c07a5cf0f438fa1acc62f9ab5a7961der-arbeiterpriester

Berlin 2017 interreligiöses Friedensgebet
https://nacktesohlen.wordpress.com/jetzt__trashed/berlin-2017-interreligioeses-friedensgebet/

Christoph Herwartz, Nach dem zweiten Silvester in Köln
https://nacktesohlen.wordpress.com/jetzt__trashed/christoph-herwartz-nach-dem-zweiten-silvester-in-koeln/

Christoph Hein, Das indische Bargeld-Experiment
https://nacktesohlen.wordpress.com/christoph-hein-das-indische-bargeld-experiment/

9.7.17 Marsch der Muslime gegen Terrorismus
https://nacktesohlen.wordpress.com/jetzt__trashed/10058-2/

Achtung der Menschenrechte in der kath. Kirche
https://nacktesohlen.wordpress.com/jetzt__trashed/achtung-deer-menschenrechte-in-der-kath-kirche/

2017 Interreligiöses Fridensgebet 1. Oktober
https://nacktesohlen.wordpress.com/jetzt__trashed/2017-interreligioeses-fridensgebet-1-oktober/

2017 Deutschunterricht
https://nacktesohlen.wordpress.com/jetzt__trashed/deutschunterricht/

Einladung Karfreitagsgottesdienst am 14.4.2017 um 15 Uhr
https://nacktesohlen.wordpress.com/jetzt__trashed/einladung-zu-einem-kurfreitagsgottesdienst-mitten-in-der-stadt-am-14-4-2017-um-15-uhr-am/

2017 Anfang Oktober
https://nacktesohlen.wordpress.com/jetzt__trashed/anfang-oktober-2017-2/

Hilferuf aus Peru
https://nacktesohlen.wordpress.com/jetzt__trashed/hilferuf-aus-peru/

2017 Aus einem Berliner Gemeindebrief
https://nacktesohlen.wordpress.com/archiv/la/aus-einem-berliner-gemeindebrief/

Franz Segbers, Armut wird gemacht – Reichtum auch
https://nacktesohlen.wordpress.com/archiv/franz-segbers-armut-wird-gemacht-reichtum-auch/

Juni 2019 In Luzern https://www.kath.ch/medienspiegel/der-eigenen-sehnsucht-folgen/

Spruchkarte Emmaus

fünf Jahre Papst Benedikt im Ruhestand

Das LSVD-Dossier beschäftigt sich mit dem Wahlprogram der AfD – unter dem Titel: Eine_unberechenbare_Alternative

12.3.17 http://www.ardmediathek.de/tv/Gott-und-die-Welt/Der-Unberechenbare-Papst-Franziskus/Das-Erste/Video?bcastId=2833732&documentId=41391640

2018 Petition amnesty el salvador

2017 Die neuen Provinziäle SJ zur Schulung in Rom

2018 Internationale Friedenskonferenz in München

2018 Faire Umgang mit Muslimen

2018 Heike Kammer, eine durchs Land fahrende Puppenspielerin

2017 Dezember Ein Freund aus dem Südsudan schreibt

2017 „Religionen für ein weltoffenes Berlin“ 16.3.

2017 Papst richtet Welttag der Armen ein

2017 Polen: Wir sind doch keine Staatsfeinde

2017 Armutskonferenz in St. Marien am (25.11.2017)

Bundeswehr baut Truppenübungsplatz für den Häuserkampf

Den Welttag der Armen, richtet Papst Franziskus 2017 ein,

Der Dschihad der Liebe

Fernsehsendung über Papst FFernsehsendung über Papst Franzuiskusranzuiskus

Michael Walzer im Brief von Michael Klein

Jesuitenpater Christian Herwartz bei einer Mahnwache.
Bild: © KNA
Jesuitenpater Christian Herwartz hört zu seinem 73. Geburtstag auf

Schluss mit „einen auf den Deckel kriegen“

Bekanntgeworden ist er durch seine Straßenexerzitien, die Wohngemeinschaft in Berlin-Kreuzberg und sein Engagement für Glaube und Gerechtigkeit. Doch am heutigen Samstag, zu seinem 73. Geburtstag, will Jesuitenpater Christian Herwartz aufhören.

Von Romina Carolin Stork (KNA)  |  Berlin – 16.04.2016

Sie kommen aus verschiedenen Gründen: Manche brauchen eine Übernachtungsmöglichkeit, andere fühlen sich in der WG zuhause oder sind in einer Notsituation und suchen Unterschlupf. Alle sind willkommen. Doch für einen ist Schluss: Christian Herwartz wird sich am 16. April, seinem 73. Geburtstag, offiziell verabschieden. „Es ist gut, dass man sich nicht so ganz vorstellen kann, wer hier wohnt“, sagt der Pater mit ruhiger Stimme. Mit Menschen aus über 70 Nationen hat er bereits zusammengewohnt. Das Wichtigste in der WG: Frag nie, woher der Andere kommt. Die hier Lebenden sind Sinnsuchende, haben oft eine unstete Vergangenheit.

Auch Herwartz kann auf ein bewegtes Leben blicken. Mit Mitte zwanzig holte er seinen Schulabschluss nach, studierte Anfang der 70er Jahren Theologie und trat in den Orden der Jesuiten ein. 1975 beschloss der Orden, verstärkt dem Zusammenhang von Glauben und Gerechtigkeit nachzuspüren. So entstand die Kommunität in Berlin. Die Jesuiten lebten als Arbeiter-Priester, verdienten ihren Lebensunterhalt in Berliner Betrieben. Bis zum Jahr 2000 arbeitete Herwartz als Dreher. Dass er Priester war, verschwieg er meist; von Mitbrüdern aus Frankreich wusste er, dass Priester im Betrieb nicht gerne gesehen würden. Sie stünden für Gemeinschaft, und die werde nicht gewünscht.

Glaube ist keine Harmoniesoße.    Zitat: Christian Herwartz

Christian Herwartz

Doch genau das war sein Anliegen. Oft sprach er unter Gewerkschaftlern über die Belange der Arbeitnehmer. Und auch in seiner Freizeit engagierte er sich. Sein Motto: „Für Rechte kämpfen, und auch mal einen auf den Deckel kriegen.“ Er nahm an Demonstrationen gegen Atomkraftwerke in Schottland teil, hielt mit den „Ordensleuten gegen Ausgrenzung“ Mahnwachen gegen Asyl-Schnellverfahren am Flughafen Berlin-Schönefeld (wie 2015 im Foto oben) – und riskierte so manche Gefängnisaufenthalte.

Es sei Wahnsinn, was die Bevölkerung mit sich machen lasse, meint er und plädiert für Demonstrationen: Sie bilden weiter, denn man müsse sich für eine Meinung entscheiden, „und das tut gut“. Das ist für ihn Teil seines Glaubens: „Glaube ist keine Harmoniesoße“, sagt Herwartz. Der Glaube komme von Gott und habe zur Folge, dass man Gutes tut. Wie man Gott schlussendlich hört, das erlebe jeder auf seine Art.

Die Offenheit der Kommunität sprach sich herum, immer häufiger klopften Menschen an die Tür. Die Wohnungen in Kreuzberg boten genug Raum. Unverhofft wurden sie sogar Ort für Exerzitien. 1996 hat Herwartz die Anfrage eines Mannes erhalten, der bei ihm Exerzitien machen wollte. Zunächst lehnte er ab – die WG sei ein unpassender Ort, ohne Kapelle, mit nur wenig Ruhe. Doch dann ließ er sich darauf ein: Die Straßenexerzitien waren geboren und brachten Herwartz bundesweite Bekanntheit ein.

Video: © Andreas Bückle

Verleihung des Ökumenepreises 2013 an P. Christian Herwartz SJ durch den Ökumenischen Rat Berlin Berlin-Brandenburg

Abends nach der Arbeit hörte er dem Mann zu, begleitete ihn bei seiner Reise auf der Suche nach Antworten, überließ ihn seinen Gedanken. „Es wäre anmaßend dem Anderen zu sagen, was er machen muss“, findet der Priester. Die einzige Weisung: Den „heiligen Ort“ auf der Straße aufspüren und Gott entdecken. Viele Menschen hat der Pater schon bei Straßenexerzitien begleitet – wie viele, das weiß er selber nicht.

Nun verabschiedet sich Herwartz aus der Kommunität. „Wenn man 40 Jahre sowas gemacht hat, dann braucht man einen Rückzug“, sagt er. Die WG und ihre Angebote bleiben trotzdem erhalten: Es sei längst Zeit für einen Generationswechsel gewesen, die Nachfolge sei gesichert. Einen konkreten Plan für „die Zeit danach“ hat der Jesuit nicht – er will sein neues Buch vorstellen, Wegbegleiter aufsuchen, ihnen danken und weiterhin Exerzitien begleiten. Der Zukunft sieht er optimistisch entgegen: „Wenn man nach hinten guckt, gibt es kein Leuchten in den Augen“, sagt Herwartz. Nach vorne schauen, das ist sein Weg.

Von Romina Carolin Stork (KNA)

März 2020

22. Taufe Leila Händel

April 2020

5.4.20 Friedensgebet Berlin Gendarmenmarkt 15 Uhr
4.-12. Vorbereitung MAZler
16. mein 77. Geburtstag
20 bis 24 Exerzitien Essen für ADDES
27. – 29.4. in Salzburg

Mai 2020

3.5.20 Friedensgebet Berlin Gendarmenmarkt 15 Uhr
5. bis 12. 5. 20 Wien
29.5. Ex im Kolleg, Berlin

Juni 2020

6. 6. 20 Straßenexerzitien im Berliner Dom, 10:00 – 18:00
https://www.strassenexerzitien.de/event/strassenexerzitien-im-berliner-dom-2/
7.6.20 Friedensgebet Berlin Gendarmenmarkt 15 Uhr
13.-17.6.20 Besuch ein Dominikaner in Berlin
16. – 19. 6. 20 Ex für Malteser in Berlin
20. 6. 20 Lange Nacht der Religionen
25. bis 30. 6. 20 Exerzitien in Hamburg
https://www.strassenexerzitien.de/event/hamburg-einladung-zu-tagen-der-aufmerksamkeit-exerzitien-auf-den-strassen-von-hamburg/
30.6.-2.7.20 Exerzitien in Nürnberg

Juli 2020

5.7.20 Friedensgebet Berlin Gendarmenmarkt 15 Uhr
5. – 12. 7. 20 in Wien
17. – 26. 7. 20 Straßenexerzitien in Ludwigshafen: https://www.strassenexerzitien.de/event/ludwigshafen-strassenexerzitien-3/ Anmeldung christian.herwartz@jesuiten.org
31.7.-2.8.20 Exerzitien in Nürnberg

August 2020

2.8.20 Friedensgebet Berlin Gendarmenmarkt 15 Uhr
9. – 16.8.20 in Wien
21. (18.00) bis 30. (14.00)8.2020 Straßenexerzitien in Hamburg https://www.strassenexerzitien.de/event/hamburg-strassenexerzitien/
Anmeldung: christian.herwartz@jesuiten.org

September 2020

2. 8. 2020 ein Tag Ex in Berlin
4.-6.8.20 Exerzitien in Frankfurt
6.9.20 Friedensgebet Berlin Gendarmenmarkt 15 Uhr
18.-20.8.20 Treffen der europäischen Arbeiterpriester
26.8.-4.9.20 Exerzitien in Luzern

Oktober 2020

4.10.20 Friedensgebet Berlin Gendarmenmarkt 15 Uhr
10.10.20 40 Jahre Ehe Marita + Michael Herwartz
17.10.20 Priesterweihe SJ in Frankfurt (Moritz K.)
30.10. -1.11.20 Arbeitergeschwistertreffen in Ilbenstadt

November 2020

1.11.20 Friedensgebet Berlin Gendarmenmarkt 15 Uhr

Dezember 2020

6.12.20 Friedensgebet Berlin Gendarmenmarkt 15 Uhr

Januar 2021

Februar 2021

April 2021

März 2021

April 2021

Mai 2021

August 2021