2003 Ordensleute gegen Ausgrenzung

Annette Westermann
Zwei wichtige Geschichten

In all den Jahren, in denen ich in Berlin östlich der Mauer lebte, war meine Sehnsucht, einmal „heraus zu kommen“, groß und sie wuchs, je länger das Eingeschlossensein dauerte. Ziel dieser Sehnsucht war nicht so sehr Westdeutschland. Ziel war Frankreich, war Israel, war die Sahara… Westberlin war es am wenigsten, bis auf zwei Ausnahmen. „Wenn ich jemals nach Westberlin kommen sollte“, habe ich damals oft gesagt, „dann möchte ich zwei Orte kennen lernen: Kreuzberg und den Karmel Regina Martyrum.“ Ich wusste damals noch nichts von einer Naunystraße und schon gar nichts von einer Kommunität in der Naunynstraße. Gereizt hat mich das Flair von Kreuzberg, so wie es mir von jenseits der Mauer herüber zu kommen schien: die ethnische Vielfalt, das Skurrile, das Alternative… alles Gegensätze zu dem „Mief“, den ich ansonsten mit dem alten Westberlin verband.

Ja, und dann kam der 9. November 1989, jener un-wahrscheinliche, fast schon legendäre Tag, mit dem alles anders wurde, mit dem die bisher unerreichbare Welt sich öffnete. Mein erster Ausflug auf die andere Seite der Mauer führte mich nach Kreuzberg und dort auch in meine alte Pfarrkirche St. Marien-Liebfrauen, in der ich im Oktober 1945 getauft worden bin. Wie im Traum ging ich an die alten Plätze, die mir noch aus meiner Kindheit vertraut waren und die dennoch nicht mehr die alten waren. Ob ich in die Nähe der Naunynstraße kam, weiß ich nicht mehr.

Die Jahre nach der „Wende“ waren für mich voll von neuen Erfahrungen, Möglichkeiten, Entwicklungen… Eine davon war, dass ich die Gruppe „Ordensleute gegen Ausgrenzung“ kennen lernte und in ihr einen menschlichen und spirituellen (kann man das überhaupt so trennen?) Boden fand, für den ich sehr dankbar bin. Und da ist nun auch die Brücke zur Naunynstraße, denn zum prägenden Kern der Gruppe gehört Christian. Durch ihn ist die Kreuzberger Realität in unserer Gruppe präsent, eine Realität, die noch einmal eine andere ist, als die in Ostzeiten von mir erträumte.

Und dennoch fand ich so manches wieder aus den alten Träumen von einer bunten, nonkonformen Alternativwelt. Ein wenig durfte ich Kreuzberg „von innen“ erleben durch Christian, durch die Kommunität und Wohngemeinschaft in der Naunynstraße und – und das ist ganz wichtig! – durch die „Exerzitien auf der Straße“, bei denen ich schon zweimal als Begleiterin dabei sein konnte. Was ich erfahren, was ich lernen, was ich mit(er)leben durfte, war viel mehr, als ich mir hätte erträumen können: nämlich etwas von dem „heiligen Boden“ zu spüren, auf dem Menschen leben mit ihrer Geschichte, mit ihren Hoffnungen, ihrem Leiden, ihrem Mut zum Kampf um mehr Gerechtigkeit, ihrem Humor, ihrer Gastfreundschaft…

A propos Gastfreundschaft: ein wesentliches Charakteristikum der Naunynstraßen- Kommunität! Oft konnte ich sie genießen, wenn wir uns als Gruppe trafen oder auch sonst. Ein Mal ist mir besonders unvergesslich: Ich hatte eine schwierige Zeit mit viel Angst und Unsicherheit. Nachdem ich eine Entscheidung getroffen hatte, war ich ganz erschöpft und gleichzeitig „am Ende“ und am Anfang. Aber wie? Christian


{236}

sagte: Willst du nicht einfach her kommen? Ich tat es und schlief erst einmal zwei, drei Stunden auf dem Bett eines Mitbewohners, der es mir für diese Stunden freundlich überlassen hatte. Ich schlief das erste Mal seit Wochen wieder ohne Angst, ich fühlte mich sicher und gut aufgehoben. Dann habe ich lange mit Christian auf einer Bank auf dem Görlitzer-Bahnhofs-Gelände gesessen, in der ersten Frühlingssonne, und wir haben miteinander angeschaut, was eigentlich los war, haben versucht, das Chaos zu sortieren und zu gewichten. Es war wie ein großes Durch- und Aufatmen für mich.

Dafür und für viele andere gute Erfahrungen möchte ich Dank sagen. Dank an Christian, an Franz, an Stefan (der noch nicht so lange in der Naunynstraße ist und dennoch schon so „zugehörig“…), an viele andere, denen ich dort begegnet bin!

Und jetzt möchte ich noch verraten, was aus dem anderen Teil des Traumes geworden ist. Ja, auch den Karmel habe ich kennen gelernt, und auch ihn viel intensiver, als ich mir je hätte träumen lassen. Der Weg dahin führte ebenfalls über die Gruppe „Ordensleute gegen Ausgrenzung“, und zwar über Maria-Theresia, die ich dort traf… Hier begann eine neue, eine zweite, für mich nicht minder wichtige Geschichte…

Berlin 6. April 2004

 

Christian Herwartz
Gottesdienst oder Kundgebung?

Das ehemalige Frauengefängnis in Berlin-Köpenick wurde 1995 als Abschiebegewahrsam neu eröffnet. 26 Mil. DM wurden in diese „Käfighaltung“ für 350 Menschen investiert, für Menschen, die keiner Straftat beschuldigt werden. Straftäter, Deutsche wie Ausländer, sitzen in den großen Berliner Gefängnissen in Moabit, Plötzensee, Tegel, Hohenschönhausen (Frauen) und einigen kleineren ein. Käfighaltung? – Ja, bei dem Umbau wurden in die für mehrere Personen bestimmten Zellen zusätzliche Eisengitter eingebaut, damit die Eingesperrten die nochmals vergitterten Fenster nicht erreichen können. Ein Beamter muß es ihnen öffnen oder schließen.

Die Menschen werden in Köpenick nur verwahrt.

Gewisse Mindeststandards, wie sie in Gefängnissen üblich sind, finden keine Anwendung: Arbeit, Kurse, … Besuch kann nur hinter einer Scheibe empfangen werden, ohne jeden körperlichen Kontakt bei Begrüßung oder Abschied. Eine Grausamkeit für beide Seiten.

Eine Verbesserung der jüngsten Zeit: die Gefangenen – ohne Vorwurf einer kriminellen Tat – dürfen jetzt meistens einen Bleistift oder einen Kugelschreiber mit Plastikmine auf der Zelle haben!

Vor diesem polizeilichen Abschiebegewahrsam treffen wir – „Ordensleute gegen Ausgrenzung“ – uns mit Freunden seit 1995 regelmäßig und laden dazu ein, mit uns die Hl. Schrift zu lesen, still zu werden, Informationen über das Leben an diesem Ort auszutauschen und zu beten. Manchmal machen wir auch mit Transparenten deutlich, was uns wichtig ist, geben Besucherinnen und Besuchern eine Blume, usw. In den letzten drei Jahren sind aus den damals durchschnittlich 170 Abschiebegefangenen 500 geworden. Seit November 1997 bleiben Asylbewerber auch während


{237}

ihrer Antragsbearbeitung inhaftiert. Etwa 80 Frauen wurden ab 1. März in die Kruppstraße verlegt. Auch Touristen aus Frankreich oder England können hier landen, wenn sie „ausländisch“ aussehen und sich nicht sofort ausweisen können. Viele werden innerhalb von wenigen Tagen über die Grenze z.B. nach Polen, Rumänien oder Bulgarien gebracht. Deshalb ist die durchschnittliche Verweildauer niedrig.

Doch andere werden hier – für uns völlig unverständlich – sechs Monate und mehr eingesperrt (18 Monate ist das Maximum), weil ihre Staatsangehörigkeit ungeklärt ist oder weil ihre Heimatländer die Abschiebung nicht akzeptieren. Diese Menschen werden trotz der hohen Kosten und vor allem der Unmenschlichkeit für die Gefangenen und ihrer Freunde „vorsorglich“ inhaftiert, denn es „könnte“ sich ja eine Abschiebemöglichkeit ergeben.

Ist dieser Freiheitsentzug über einen so langen Zeitraum gerechtfertigt? Werden damit nicht auch Anfragen an uns weggeschlossen und verdrängt, denen wir uns im direkten Kontakt mit Menschen aus Krisenländern stellen sollten? Wir sind doch mit ihnen über weltweite ungerechte Wirtschaftsstrukturen, Rüstungsexporte, Ferienreisen, …. verbunden und unser Leben ist davon geprägt.

Mit den Gottesdiensten vor den hohen Gefängnismauern wollen wir uns der Asylund Abschiebepraxis stellen und andere einladen, mit uns zusammen hinzusehen und das Gesehene im Gebet zu bedenken. Dann erinnern wir uns an unsere Flüchtlingsgeschichten: die Geschichte von Abraham, die Zeit in Ägypten, …. bis hin zu den Flüchtlingsströmen nach dem 2. Weltkrieg und die heute über 50 Millionen Flüchtlinge in aller Welt. Viele von uns waren lange im Ausland und haben Freundschaften geschlossen mit Landsleuten der hier Inhaftierten.

Wir informieren die Polizei jedes Mal über unsere Gottesdienste vor den Gefängnismauern, die auch Mahnwachen gegen das Vergessen der Inhaftierten und der vielen diskriminierenden Praktiken und Gesetze in unserem Land sind. Die Polizei fragt dann: „Gottesdienst oder Kundgebung?“ Ich antworte: „Wir feiern einen Gottesdienst.“ „Werden gesellschaftliche, d.h. politische Themen genannt?“ „Ja, denn jeder Gottesdienst hat etwas mit unserem Alltag zu tun; er ist darauf bezogen,“ ist meine Antwort. „Dann ist es eine Kundgebung und kein Gottesdienst,“ sagt der Beamte. Für uns ist es ein Gottesdienst, auch wenn er unsere Information als Anmeldung einer Kundgebung bearbeitet. (Gottesdienste brauchen nicht angemeldet zu werden.)

Diese Zeiten vor den Gefängnismauern haben uns immer mehr die Augen in unserem Alltag geöffnet. Auf Grund der guten Erfahrungen laden wir gern wieder dazu ein. Das nächste Mal treffen wir uns am Freitag, den 15. Mai 1998, um 16 Uhr in der Grünauerstr. 140 (Straßenbahn 68, S-Köpenick – S-Grünau) zusammen mit den Freunden von Pax Christi, die vom 14. bis 17. Mai einen Kongreß gegen Abschiebung in der Hl. Kreuz Kirche in Kreuzberg veranstalten: „Aktion Jericho. Mauern müssen fallen“.

Berlin 1998, veröffentlicht in der Katholische Kirchenzeitung


{238}

Barbara Feichtinger-Schwenzer
Mahnwache vor der Abschiebehaft

Hier wird ein Beispiel kirchlicher Praxis vorgestellt, in dem sich Liturgie und Diakonie auf besondere Art durchdringen: Die Mahnwache vor der Abschiebehaft in Berlin ist gleichzeitig im vollen Sinne diakonisches als auch liturgisches Handeln. In der Darstellung soll deutlich werden, wie dabei der diakonische Moment von der Liturgie her seine Sinndeutung erfährt, und wie sich die Texte der Liturgie gerade durch ihren diakonischen Bezug entfalten und zu sprechen beginnen.

Einmal im Vierteljahr, unter anderem in jedem Jahr am Tag der deutschen Einheit, veranstaltet die Gruppe Ordensleute gegen Ausgrenzung vor der Abschiebehaft in Berlin-Köpenick eine Mahnwache. Die ehemalige Frauenhaftanstalt der DDR in Berlin- Köpenick wird seit 1995 als Abschiebehaftanstalt genutzt, ohne den üblichen Standard deutscher Gefängnisse zu wahren. In den Zellen wurden in etwa einem Meter Abstand zu den vergitterten Fenstern zusätzliche Gitter in die Räume eingezogen, so dass die Gefangenen wie in Käfigen gehalten werden. Die Freifläche im Gefängnishof ist in kleine vergitterten Areale eingeteilt, auf denen sich die Gefangenen nur eine Stunde täglich bewegen dürfen.

In die Abschiebehaft werden Menschen gebracht, die auf der Flucht gerade in Deutschland angekommen sind und keinen gültigen Pass besitzen, oder Menschen, deren Asylantrag abgelehnt oder deren Duldungsrecht abgelaufen ist. Manchmal bleiben sie bis zu 18 Monate in Haft, da sie z. B. wegen mangelnder Aufnahmebereitschaft in ihrem Heimatland nicht abgeschoben werden können. Zeugen berichteten von einer schwangeren Frau, die sich in Bettlaken hüllte, weil sie für die während der langen Haft fortschreitende Schwangerschaft keine passende Kleidung hatte. Manche Gefangene, die in der Hoffnung auf ein geschützteres Leben nach Deutschland geflohen sind, verstehen nicht einmal, warum sie inhaftiert werden; einige haben niemanden, mit dem sie in einer ihnen vertrauten Sprache sprechen können. Ohnehin ist der Kontakt mit BesucherInnen nur in den Besuchsräumen durch eine Glasscheibe möglich.

Angesichts dieser Situation versammeln sich viermal im Jahr etwa 20 bis 60 Menschen zur Mahnwache, um des Befreiungshandelns Gottes zu gedenken und gegen die unwürdige Behandlung der Häftlinge zu protestieren. Sie erinnern an die Mauer, die früher Ost und West geteilt hat, und die jetzt, symbolisiert in der Gefängnismauer, um Europa gezogen ist. Die Teilnehmenden bilden einen Kreis auf dem Gefängnisvorplatz; sie benutzen ein Megaphon, um auch von den Gefangenen gehört zu werden und die Grenze der Mauer wenigstens akustisch zu überwinden. Wenn Menschen hinter den Fenstern sichtbar werden, winken sie ihnen zu. Im Anschluss an die Mahnwache besuchen sie Gefangene, deren Namen sie ausfindig machen konnten.

Der Mahnwachen-Gottesdienst am Tag der Deutschen Einheit 2002 begann mit dem Lied Gottes Schöpfung, gute Erde. Die darin enthaltenen Verse wie „Es könnte sein,


{239}

dass wir die Angst abbauen, die zwischen uns als dicke Mauer steht …“ oder „Es könnte sein, dass wir uns nicht mehr binden in eine Rasse, Klasse oder Zunft: Es könnte sein, dass wir zur Liebe finden, die höher steht als menschliche Vernunft“ erhielten in dieser Situation eine besondere Brisanz. Sie wurden zur Herausforderung, die Vereinbarkeit der deutschen Asyl- und Abschiebepraxis mit dem Willen und den Verheißungen Gottes zu überprüfen. Dann ging jemand mit dem Megaphon im Kreis herum und fragte einige der Anwesenden nach ihrer Motivation, an der Mahnwache teilzunehmen. In den Aussagen wurde die Not der Gefangenen und das an ihnen begangene Unrecht ins Gedächtnis gerufen. Anschließend wurde das Lied Unsere Hoffnung bezwingt die schwarze Angst. gesungen. Dessen Strophen (“ Unsere Hoffnung bezwingt den grauen Fels…“ usw.) wurden zum sprechenden Text angesichts der Gefängnismauer.

Hinter drei Fenstern wurden Gefangene sichtbar. Einer winkte den Mahnwachlern aus dem vergitterten Fenster eines Gemeinschaftsraums durch das gekippte Oberlicht zu. Eine Gefangene winkte mit einem weißen Stück Stoff, das sie an einem Stab wie eine Fahne durch Oberlicht und Gitter gesteckt hatte.

Auf das Lied folgte eine Lesung aus dem Buch Levitikus: Wenn bei dir ein Fremder in eurem Land lebt, sollt ihr ihn nicht unterdrücken Der Fremde, der sich bei euch aufhält, soll euch wie ein Einheimischer gelten, und du sollst ihn lieben wie dich selbst; denn ihr seid selbst Fremde in Ägypten gewesen. Ich bin der Herr, euer Gott. (Lev 19,33f)

Die Lesung wurde mehrfach und in verschiedenen Sprachen vorgetragen. Dazwischen wurden aktuelle Zeitungsmeldungen vorgelesen, die das politische Geschehen in Deutschland und weltweit mit der biblischen Lesung konfrontierten. Im Anschluss daran wurde in die Runde die Frage gestellt: Auf welcher Erde wollen wir zusammen leben? Vor den Füßen der Anwesenden wurde in einem großen Kreis Erde verteilt und die Anwesenden wurden aufgefordert, sich auf diesen Kreis zu stellen und in Stille über die Frage nachzudenken. Es wurde das Lied angestimmt: Jeder Mensch dieser Erde ist meinem Gott heilig(in Abwandlung des Kanons Jeder Teil dieser Erde).

Nun gab es eine Viertelstunde Zeit, in denen die Teilnehmenden um die Haftanstalt herumgehen, Blickkontakt zu Gefangenen suchen oder an der Mauer meditieren konnten. Danach versammelten sich wieder alle im Kreis zu freier Bitte und freiem Dank. Da Menschen aus verschiedenen Ländern versammelt waren, wurden die Gebete in verschiedenen Sprachen formuliert und übersetzt. Einmal war der russische Ruf eines Gefangenen zu hören: „Auf Russisch!“ So wurde die Fürbitte ins Russische übersetzt. Hinter der Mauer ertönten Begeisterungsstürme.

Gegen Ende wurde um den Segen Gottes gebetet für die Menschen vor und hinter der Mauer. Zum Abschluss wandten sich alle in Richtung des Gefängnisses und sangen We shall overcome. Das Lied mit seinen Strophen „We’ll walk hand in hand“ und „We shall live in peace one day“ hatte in dieser Situation einen sehr konkreten Bezug. Es stellte für die TeilnehmerInnen der Mahnwache (und vielleicht auch für die


{240}

zuhörenden Gefangenen) eine Hoffnungsperspektive dar, mit den jetzt durch die Mauer von ihnen getrennten Menschen einmal in Frieden vereint leben zu können. Beeindruckend war, wie Lieder und Gebete an diesem Ort an Tiefe und Bedeutung gewannen. Beeindruckend war vor allem auch, wie in der Liturgie die Mauer ein Stück „durchbrochen“ wurde, indem Blickkontakte möglich waren, indem über die Mauer hinweg gesungen und gebetet wurde, und indem das Unrecht aufgezeigt wurde und die Mauer so – symbolisch gesprochen – ein Stück ins Wanken geriet.

Bonn 2002, veröffentlicht in AfS Anzeiger für die Seelsorge

 

Doro Gieselmann
Nach einer Mahnwache

Der folgenden Text ist die eigene Nachdichtung eines Textes von Ossip Mandelstam (Moskau ca. 1931), der 1938 im Gulag umgekommen ist.

Wir setzen zu zweit in der Küche uns hin
Süß riecht das weiße Kerosin

Scharfes Messer und vom Brot ein Laib
Wenn du willst, dann dreh den Primus heiß

Ansonsten alle Stricke such heraus
Damit wir packen bis zum Morgengraun

Damit wir zum Bahnhof fahren, fort
Denn niemand wird uns finden können, dort.

 

Wilma Berkenfeld
Freundschaftsstufen

Vom „Tor über der Hölle“ kenne ich einen Typen. Der heißt Christian. Von dessen Existenz weiß ich seit kleinen 2 Jahren. In denen entstand so was wie eine platonische FAX-Freundschaft: alle 3 Monate lese ich die Bitte: „Wir halten Mahnwache vorm Abschiebe-Knast; kannst Du uns zwei oder drei Frauenschicksale nennen, die wir besuchen können?“ – Ich nenne. Es entstehen Besuchs-Patenschaften, die mich glücklich machen und frei.
Freundschaftsstufe 2: Vorm Fax liegt die Einladung zum 25. Priesterjubiläum. Keine Ahnung, wie sich das anfühlt für einen Mann. Die Einladung beschreibt knapp und bündig Lebens-, nein: besser Arbeitsetappen von 25 Jahren. Mit denen kann ich was anfangen, versuch ich doch auch, G’tt zu suchen überall, bloß nicht in den Kirchen. Diesen Typen mit seiner priesterlichen Silberhochzeit erkenne ich als Seelenverwandten.
Freundschaftsstufe 3: auf dem Fax ist die Einladung: „Wir kochen – magst Du kommen?“ – Ich komme. Ich sehe: typisch Männerwirtschaft, unbeholfen bis total


{241}

schmucklos. Ich bin überwältigt von der Menge Gast, die leise Platz nimmt und sich eher wie „Freund“ denn Gast anfühlt. Umgeben von Gestalten, in die das Schicksal einfach nur reingekotzt hat, fühle ich: hier ist ein heiler Platz!Der Gast, mit dem ich zur U-Bahn zurückgehe, beginnt seine Geschichte. Die von Liebe, Frau, Kind, Wein, Eifersucht, Suff. Und er beendet sie: „…wären die da oben nicht gewesen,“ wobei er seine Stirn zurückwendet zur Naunynstraße 60, „dann wäre ich krepiert!“
Durch diesen Mann hab‘ ich was kapiert:
Geistliche und spirituelle SucherINNEN, zu denen ich mich auch rechne, haben keine Scheu, das Tor zur Hölle in die eigene Seele aufzuschließen und auch über die Schwelle zu treten und zu gucken, was da kommt. Wer dann aber zusätzlich noch die Höllentore zur fremden Seele öffnet und den Gestank nicht scheut, der erwibt sich die Qualifikation zum Schutzengel.
In diesem Mut bin ich Euch verbunden.
Berlin 17.3.03

 

Ordensleute gegen Ausgrenzung
Zeiten der Aufmerksamkeit
vor der Abschiebehaft in Berlin Köpenick

Die Kriegsflüchtlinge aus Jugoslawien sollten 1994 ihr Bleiberecht in Deutschland verlieren. Da haben sich einige Ordensleute in Berlin beraten, wie sie den Flüchtlingen bei den von ihnen angekündigten Protesten beistehen könnten. Ihre Anliegen sollten gehört werden; bei ihren Aktionen sollten sie und ihre Kinder mit dem Lebensnotwendigen versorgt sein.

Die Initiative bekam einen Namen: „Ordensleute gegen Ausgrenzung“.

Zum „Tag des Flüchtlings“ am 29. 9. 1995 lud die Gruppe vor der neuen, noch nicht bezogenen Abschiebehaftanstalt in Berlin Köpenick zu einer Gebets- und Mahnwache ein. Die ehemalige Ostberliner Frauenhaftanstalt war mit 26 Millionen DM umgebaut worden. In die Gefangenenräume waren Gitter eingezogen, damit die Insassen nicht an die vergitterten Fenster treten können (eine Art Käfighaltung). Außerdem stellte ein Gericht fest, dass es keine gesetzliche Grundlage für dieses Polizeigewahrsam gab. Der Freiheitsentzug war widerrechtlich. Schnell wurde ein neues Gesetz beschlossen.

Wir von den Ordensleuten gegen Ausgrenzung wollten auf diesen neuen Ort der Freiheitsberaubung sehen. Bis zu 350 Menschen können hier maximal 18 Monate eingeschlossen werden, Menschen, die wegen keiner Straftat verurteilt wurden. Sie besitzen keinen oder nur einen nicht so geachteten Paß und kein Visum für Deutschland. Noch schlimmer: Viele von ihnen können nicht in ihr Heimatland abgeschoben werden. Trotzdem stecken die Behörden sie in dieses Gewahrsam, das noch nicht mal den Standard deutscher Gefängnisse hat.

Vor den Mauern an der Grünauerstraße 132 fragen wir nach den Motiven und nach der Praxis der Ausgrenzung in unserer Gesellschaft. Seither sind wir spätestens alle drei Monate an diesen Ort zurückgekehrt und laden auch andere zu den Gebets-


{242}

und Mahnwachen ein. Darüber werden mehr Menschen auf diesen Ort der staatlichen Gewalt aufmerksam: Menschen aus der Nachbarschaft, aus anderen Teilen Berlins, Deutschlands und Europas. Manchmal 20, 40 oder 60 Menschen kommen und ahnen etwas von der zugefügten Not der Menschen, die vertrieben werden sollen. Auch in der Presse und im Fernsehen gibt es Hinweise und Berichte auf diese Zeiten der Aufmerksamkeit vor dem Abschiebegefängnis.

Unterdessen hat unsere Versammlung feste Elemente im Ablauf: Begrüßung – Informationen über den Ort, manchmal auch Berichte von einzelnen Gefangenen – die drängenste Frage, die wir bei der Vorbereitung gefunden haben – ein Symbol, mit dem wir diese Frage verdeutlichen – ein Bibeltext wird vorgelesen – eine stille Zeit, in der sich jede und jeder einen Ort vor der Mauer sucht, um den angesprochenen Gedanken und Informationen nachzugehen oder auf das Rufen beim Fußballspiel hinter der Mauer zu hören oder den Besuchern durch den langen Gang nach zu sehen oder die Fahrt des einfahrenden Gefangenenwagen zu beobachten – im Kreis reden wir dann von unseren Erfahrungen, beten, singen, rufen über die Mauer.

Seit 2000 besuchen Einzelne anschließend namentlich bekannte Gefangene in Sprechkabinen. Der oder die Gefangene sitzt hinter Glas und kann nicht einmal mit einem Händeschütteln begrüßt werden. Eingelassen werden nur Menschen mit einem gültigen Ausweis. Die Verwandten und Bekannten der Verwahrten haben dies oft nicht.

 

Einige Symbole, die wir in den letzten sieben Jahren benutzten, möchte ich nennen:

– Warum fahren die Touristikbusse nicht hierher und sehen sich die neu existierende Betonmauer an, die jetzt um Westeuropa gezogen ist. Hier befindet sich ein Stück der „Mauer“, die auch an der Grenze zu Polen steht. Die Menschen hinter dieser „Berliner Mauer“, die ebenso in anderen Städten Europas steht, sollen hinter die Mauer ums „Schengenerland“ gebracht werden. Bei den Ex-DDRlern, aber auch bei den anderen Berlinern erinnert das Wort Mauer an viele ihrer Erfahrungen. Sie werden an diesem Ort besonders greifbar. Gern würden wir vom Westen her auch an diese Mauer unsere Sehnsucht in Bildern malen. Und auf welcher Seite finden sich die Ostler emotional wieder? Drinnen oder draußen? Beide Seiten sind unbemalt.
Einmal wurde für uns das Schlagen an die Gefängnismauer zu einem Zeichen, über das wir besser die Realität begriffen und uns fragten, was wir aus den Mauerzeiten für die neue Zeit der Mauer gelernt haben.

– Ein andermal brachten wir eine lange Tapetenrolle mit Klagen in verschiedenen Sprachen und Schriften mit, oder Wunderkerzen, die sprühend verbrannten und vielleicht von einigen Gefangenen gesehen wurden, oder Räucherstäbchen, wie sie als Zeichen der Trauer in einigen Ländern verbrannt werden. Wir stellten Lichter auf, suchten Steine und legten sie zu einem Kreuz zusammen, um unsere Hoffnung zu unterstreichen, dass dieses Unrecht der Betonmauern in solchen Klumpen zerbröseln wird, oder wir zerschlugen eine Scheibe, durch die die Besuche bei den Gefangenen erschwert oder gar zerschnitten werden.


{243}

– Ein andermal zogen wir mit Kreide einen Strich, markierten eine Grenze, die wir überschreiten müssen, wenn wir uns Ausgegrenzten nähern, Gefangene besuchen. Unsere Umwelt beobachtet uns. Wir werden Mit-Ausgegrenzte. Wir wollen über diese Grenze gehen, wenn es dran ist. Der Weg über die Grenze gehört dazu, wenn wir unsere Würde und die Würde anderer ernst nehmen.

– Einmal brachten wir Rosen mit und gaben sie den BesucherInnen mit, bevor sie in den langen vergitterten Gang eingelassen wurden, um Gefangene zu besuchen. Die Gefangenen werden die Blumen jedoch nur sehen, nicht anfassen oder riechen können. Aber es sollte ein Zeichen von draußen nach drinnen sein. Gern lesen wir Bibeltexte, die beim Gottesdienst – manchmal am selben Tag – drinnen (oder sind wir in den Mauern Europas und sie fast schon draußen?) gelesen werden. Wir suchten also nach den Löchern in der Mauer der Abschirmung und fragten nach den Namen der Gefangenen. Auf einem unserer Transparente stand einmal: „Palast deutscher Gastfreundschaft“.

– Unser zentrales Anliegen ist es, immer neu auf die Menschen in diesem Bau zu sehen, die manchmal schemenhaft an den Fenstern der Gemeinschaftsräume sichtbar werden. Oft sind es Menschen, die mit keinem in ihrer Sprache sprechen können, manchmal auch hochschwangere Mütter, die keine entsprechende Kleidung haben und deshalb in Betttücher gehüllt sind. Viele andere Unzulänglichkeiten ließen sich aufzählen.

Im Wesentlichen sind die Gefangenen für uns Menschen, in denen uns Gott begegnen will. Sie haben uns etwas mitzuteilen und sie zeigen uns unsere Not, dass wir sie so behandeln. Ist dieses Gefängnis nicht eine Verbeugung vor dem Rassismusgerede der Stammtische, mit dem sich die Politiker ihre Wiederwahl erkaufen wollen? Ist dieses Unrecht nicht eine Anbiederung? – Zuerst einmal stehen wir hier vor den Mauern auf „Heiligem Boden“, auf dem uns Gott oder unser Gewissen mittels der Gefangenen etwas sagen will. Deshalb haben wir einmal eine lange Tapetenrolle vor der Mauer ausgerollt, unsere Schuhe ausgezogen und uns darauf gestellt. Dann lasen wir den Text aus dem 2. Buch der Bibel (Exodus 3), der davon berichtet, wie Mose die Schuhe der Distanz vor Gott ausziehen sollte.

In welcher Versklavung leben wir, dass Menschen in unserer Mitte in einem solchen Gewahrsam die Freiheit nicht nur für ein paar Tage bis zur Abschiebung genommen wird, sondern sie im Wissen, dass sie nicht abgeschoben werden können, oft monatelang von einer Botschaft zur anderen gefahren werden, um dort zu fragen, ob sie nicht dieses oder jenes Land nimmt? Abschreckung heißt der Fachausdruck. Weitere Flüchtlinge abschrecken!?! Ja – offen kommen weniger Flüchtlinge; aber verdeckt und schutzlos sind es weiter viele.

Unsere Vorbereitungsruppe hat sich in den Jahren verkleinert. Aber unser Stehen vor den Mauern ist auch für andere, die regelmäßig oder unregelmäßig kommen, eine Erinnerung an gesellschaftliche Mißstände, ein Aufmerksamwerden und -bleiben. In uns wächst der Hunger nach dem Fall auch dieser Mauer in Berlin Köpenick und um die Häuser und Länder der Reichen.

Berlin 2001, Text für Wettbewerb „evolutionäre zellen“


{244}

Ludger Viefhues
Ränder als Orte des Glaubens

Es gibt besondere Orte, um etwas vom Glauben zu erfahren und um nachzudenken.

– Diese Einsicht hatte wohl uns neun Mitbrüder vom 10. bis 12. Mai in Berlin Kreuzberg zusammenkommen lassen: Christian Herwartz und Franz Keller waren Gastgeber und beherbergten Andreas Gösele, Michael Hainz, Martin Maier, Stefan Taeubner, Bernd Günther, Walter Heck und mich, Ludger Viefhues. Wir wollten von den Orten unserer Glaubenserfahrung und Reflexion erzählen, einander befragen und stärken.

Am Freitagabend erzählte Christian über Kreuzberg und über die Geschichte der dortigen Kommunität. Und einiges, was er berichtete, über das Leben mit den Menschen, die arm gemacht oder geredet werden, konnten wir im langsamen Kennenlernen dieses Stadtteils anschauen: Spaziergänge im Kiez, der Kinderbauerhof im früheren Bereich der ,,Mauer“, die Vielfalt der Lebensäußerungen so vielfältiger Kulturen und Szenen, die Fabrikgebäude im Hinterhof, Besuche auf einer Wagenburg oder auch eine kleine Ausstellung über Gegenstände des DDR Alltags (Tempolinsen) gaben Einstieg in den Lebens- und Glaubensort Berlin-Kreuzberg.

Ein anderer Ort, den wir besuchten, war das Abschiebegefängnis in Berlin Grünau, wo Bernd im bischöflichen Auftrag als Seelsorger arbeitet. Er berichtete uns über das Leben der Häftlinge dort, die in nicht wenigen Fällen wochenlang und u.U. bis zu 13 Monaten dort sind, und darüber, wie das stete Wechselbad zwischen Bangen und Hoffen zersetzt und zermürbt. Anfänglich zeigte die Polizei massives Misstrauen gegen seine Arbeit. So wurden Gefangene, die ein Seelsorgegespräch gesucht hatten, regelmäßig einer intensiven Leibesvisitation unterzogen.

Besonders absurd und brutal in ihren Auswirkungen ist die rechtliche Situation der Gefangenen. Die politische Entscheidung, die abgelehnten Asylbewerber, die nun ,,ausweisungspflichtig“ sind, nicht im normalen Strafvollzug unterzubringen, weil sie ja in der Tat keine Straftäter sind, führt dazu, das die betroffenen Menschen im Polizeigewahrsam gehalten werden, der rechtlich lange Zeit überhaupt nicht geregelt war. In der Konsequenz gab es Haftbedingungen, die noch strenger und entwürdigender sind, als die der ,,normalen Untersuchungshaft“.

Erst auf Grund massiven öffentlichen Drucks entstand ein Gesetz zur rechtlichen Regelung des Polizeigewahrsams, in das Bernd auch einige Vorschläge einarbeiten lassen konnte. Dennoch bleibt die Lage der Häftlinge weit schlechter als in der normalen Strafhaft (keine Arbeitsmöglichkeit, Besuch nur mit Trennscheibe, Extragitter innerhalb der Zelle, das den Zugang zum Fenster verhindert, kein Seelsorgerbesuch auf den Zellen, keine Erlaubnis, Kugelschreiber oder Feuerzeuge zu besitzen…). Und in dieser Lage leben Menschen, deren Verbrechen darin besteht, einen Asylantrag gestellt zu haben, der abgelehnt worden ist.

Um von diesem Ort nicht nur zu hören, sondern um ihn auch zu sehen und um an diesem Ort nicht nur zu schauen, sondern auch zu beten, haben wir uns dort zusammen mit zwei Ordensschwestern zu einem Gebet getroffen. Dort wurden wir (das Gebet muss ja angemeldet werden) von zwei Mannschaftswagen der Polizei erwartet und auf einen Nebenplatz verwiesen. Die Brutalität der Gefängnisbauten, die Er-


{245}

lebnisberichte, die verlesen wurden, und das Sicherheitsbedürfnis der Polizei elf betenden Menschen gegenüber hat uns doch beeindruckt. Am Abend brachten wir diese Erlebnisse und die Erfahrungen aus einem Aidshospiz in Frankfurt, von denen ich am Vortag berichten konnte, in der Eucharistiefeier vor Gott.

Am Sonntag stellte Franz Keller die Frage, was getan werden kann angesichts der immer bedrohlicher werdenden Massenarbeitslosigkeit. Hier entspann sich ein sehr kontroverses Gespräch darüber, mit welcher Perspektive wir die Krisenbewegung unserer Kultur und Politik wahrnehmen. Gibt es überhaupt noch eine eindeutige Analyse, die zu eindeutigen Handlungsmustern führt, für die dann motivierend geworben werden kann? Sind Begriffe wie Gerechtigkeit und Solidarität nicht für viele auch politisch aktive junge Leute zu Leerformeln geworden? Ist andererseits die Aufgabe dieser Begriffe und Analyseversuche nicht eine luxuriöse Hoffnungslosigkeit, die zu Zynismus und Resignation führt? Hoffnungsvoll stimmte die Frage danach, was uns Hoffnung gibt. Das ist zum einen die Gewissheit, dass wir die Welt nicht retten müssen, weil Gott sie bereits gerettet hat.

„Gott, der barmherzige Vater, hat… die Welt mit sich versöhnt“! Das ist eine Hoffnung, die angesichts der Ohnmachterfahrung in der Seelsorge bei Sterbenden, Gefangenen und flüchtenden Menschen, eine wirkliche Tiefe braucht, und die nicht so banal ist, wie sie sich schreibt oder liest. Zum anderen ist es hoffnungsvoll zu sehen, dass es einen vielfältigen Diskussions- und Suchprozess darüber gibt, wie eine wirkliche Kultur des Lebens Gestalt gewinnen könnte. Hier sehen wir auf verschiedenen gesellschaftlichen Ebenen (von der Pfarrei bis zu den politischen Parteien und Gewerkschaften) und in den verschiedenen Richtungen (von Daimler Benz Vorständen bis zu radikalen „linken“ Gruppen) Diskussionen und Gesprächs- und Suchpartner.

Vielleicht war diese Feststellung der zerbrochenen Analyse und Theorietradition auch eine Projektion der zerbrochenen Konsense in uns und unseren Provinzen? Diese Frage stellt sich mir persönlich. Mein Eindruck ist aber, das wir in unseren Gesprächen etwas gefunden und realisiert haben, wovon auf dem letzten Nordprovinz Symposion kurz die Rede war: Ein Gespräch auf einer mittleren Ebene, mit einer Bereitschaft zuzuhören und nicht zu (ver)urteilen, ausgehend von Erfahrungen, die einluden mitzufühlen und dann auch mitzudenken und zutun.

So blieb mir auf der Rückfahrt nicht nur die gute Kreuzberger Luft in der Nase, sondern der Wohlgeruch der Mitbrüder, ihres Engagements und ihrer Hoffnung.

Bericht von einem Treffen in Berlin Kreuzberg
im Rundbrief Oberdeutsche Provinz SJ,
Pfingsten 1996