Hinweise per Mail

Zum Thema „interreligiös“ bei Martin Buber in dem Text Zwiesprache (1929)

„Eine Zeit echter Religionsgespräche beginnt … von aufgeschloßner zu aufgeschloßner Person. Dann erst wird sich die echte GEmeinschaft weisen, nicht die eines angeblich in allen Religionen aufgefundenen gleichen Glaubensinhalts, sondern die der Situation, der Bangnis und der Erwartung.“

Eine Straßengeschichte zu Epiphanie
Am Montag ging ich in Charlottenburg an der Gustav-Adolf-Kirche vorbei zur S-Bahn Jungfernheide. Es war kurz vor 5 und natürlich dunkel. Auf dem breiten Gehweg lief ein vielleicht zweijähriges Kind, in einen Astronautenwinteranzug verpackt, mit hochgestrecktem Gesicht und glänzenden Augen jauchzend mir entgegen. Die Kinderfrau oder Oma weit zurücklassend. Ich konnte unmöglich sein Ziel sein. Woher wohl seine Freude kam? Ich drehte mich um, um zu schauen, worauf sich wohl seine Freude richten könnte. Und ich sah – unten nichts, aber oben am eckigen Kirchtum schaukelte ein orangeleuchtender kleiner Herrnhuther Stern.
Als das Kind knapp hinter mir war, blieb es stehen, wartete still bis seine Abholerin näher gekommen war, deutete nach oben und rief: noch da, noch da, noch da!
Da hab ich ihm noch viele solcher Stern-noch da- Erlebnisse gewünscht.
Der Stern ist nur klein, weil du noch weit zu laufen hast! Er ist nur fern, weil deiner Großmut eine unendliche Reise zugetan wird. Aber der Stern ist da! Auch die Sehnsucht nach Freiheit des inneren Menschen, nach Güte, nach Seligkeit, auch das Bedauern, ein schwacher, sündiger Mensch zu sein, ist ein Stern. Warum schiebst du selbst die Wolken vor den Stern?
 Karl Rahner Dreikönig TeDeum 1/2016, S. 65

Und ganz neu auf dem naunynblog Die Weisen aus dem Osten
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Über Christian Herwartz

Arbeiterpriester auf Rente Meine Webseiten: http://christianherwartz.wordpress.com Arbeitergeschwister: arbeitergeschwister.wordpress.com Jesuit - http://www.jesuiten.org/jesuiten-in-deutschland.html geb. 1943 wohnhaft in Berlin allerlei - nacktesohlen.wordpress.com, Begleitet Übende bei Exerzitien auf der Straße siehe: strassenexerzitien.de, nacktesohlen.wordpress.com Schmerz: sexueller Missbrauch - unheiligemacht.wordpress.com, an schmerzhaften Orten stehen bleiben und sich berühren lassen flughafenprozess.wordpress.com
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3 Antworten zu Hinweise per Mail

  1. Joachim (und Isabelle) Werren, Rosskampstr. 67A 30519 Hannover schreibt:

    Dies ist der Versuch, über Christian Herwartz, der sich vielleicht als ehemaliger Nachbar in Meckenheim an mich erinnert, die Erreichbarkeit seines Bruders Wolfgang zu erfahren, der irgendwo am Niederrhein leben könnte. Wir wollen ihn zur Feier des 50. Abiturjubiläums einladen.

  2. Katharina M. Weidner schreibt:

    Lieber Christian,

    so wunderschön: sowohl der Satz von Buber – die uns allen gemeinsame Situation der Bangnis und Erwartung – als auch Deine anrührende Geschichte – noch da! – vielen Dank dafür!!! Zerbrechlichkeit, Verwundbarkeit unseres Daseins und gleichzeitig Sitz übergroßer Freude und Erwartung! Und dieser unser aller Gott, der sein Herz, seine Eingeweide aufmacht und uns sein Innerstes, sein Schönstes, sein Liebstes hinein in unser Dasein hineingibt, um in allem mit uns zu sein und uns zurückzuführen zurück in sein Herz. Für Dich bricht ein ganz besonderes Neues Jahr an und ich wünsche Dir von Herzen, dass Du Deinen Weg des Vertrauens weitergehen kannst! Ich hoffe und bete, dass die Naunyn-Gemeinschaft einen Seelsorger bekommt, so wie Ihr es Euch wünscht, wenn Du im April Deine Zelte abbaust, um sie woanders aufzuschlagen. Manchmal denke ich an Charles de Foucault, der sich ja auch so sehnlichst wünschte, eine Gemeinschaft von Mitbrüdern zu gründen in Tamaresset und dem dieser Wunsch verwehrt war. Aber was für einen reichen, überaus reichen Segen hat sein Leben nachher zum Leben gebracht!!! Vielleicht ist es auch so eine Art hier bei Dir. Vielleicht werden die Blüten und Früchte ganz woanders und zu einer anderen Zeit aufgehen und doch ganz und gar von Deinem, Eurem Humus genährt sein! Klaus sagte immer wieder: Nichts geht verloren, alles wird verwandelt. So wird nichts von Deinem Leben hier in der Naunynstraße, von all den Begegnungen, von all den dunklen und von all den hellerleuchteten Nächten verloren gehen, von all den verheißungsvollen Morgendämmerungen und von all den erschöpften und dankbaren Abenddämmerungen, sondern es wird verwandelt in uns allen seine schöpferische Kraft entfalten wollen! Da bin ich mir sicher!

    Herzliche Grüße, Deine Katharina mit Michael

    • Liebe Katharina,

      herzlichen Dank für die schöne Reaktion. Ja ich teile Deine Zuversicht. Die Zukunft ist „Chefsche“ sage ich gern. Doch ich will darüber meine Mitarbeit an dieser Zukunft nicht verweigern. Und so fühle ich mich nicht in der Planung, sondern in der Übegabe. und da sehe ich meine Aufgabe darin, alles aus der Geschichte bereit zu legen, damit es gesehen und aufgegriffen werden kann. Ohne jedes „Ihr müsst aber“.
      Das ist eine sehr schöne Lebensphase mit wachsender Freude auf das danach. Auch da habe ich keinen Plan, auch wenn Ihr auf der Seite TErmine schon einiges sehen könnt.

      Herzliche Grüße an Euch beide
      Christian

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