Zusatztexte zum Kreuzweg

Der Kreuzweg hat fünf Themenblöcke und dazwischen vertiefende Krisen: Jesus fällt unter dem Kreuz, stirbt, steht auf. Das erste Thema ist Verurteilung und Kreuzaufnahme, das zweite sind die Begegnungen mit seiner Mutter, Simon von Zyrene, Veronika, das dritte das unangemessene Mitleid gegen das sich Jesus auf bäumt, das vierte die Armut der Kleiderberaubung und der Bewegungsunfreiheit, das fünfte Trauer.

Zur 15. Station

Die überraschende Wende: Jesus lebt neu unter uns

Zur 14. Station

Im Schmerz der Trauer alles aus der Hand geben

zur 13. Station

Trauer mit dem steif werdenden Körper Jesu im Arm

zur 12. Station

Jesus teilt unser menschliches Leben ganz  bis in den Tod

zur 11. Station

Jesus wird mit allen Gefangenen im Stacheldraht bewegungsunfähig gehalten

Hinweis auf die Gefängnissituation

zur 10. Station

Jesus wird zusammen mit Obdachlosen … ausgezogen und zur Schau gestellt

zur 9. Station

Jesus liegt mit allen Kraftlosen allein am Boden

zur 8. Station

Jesus antwortet auf oberflächliches Mitleid zurückweisend prophetisch

zur 7. Station

Jesus stürzt in der Mitte von distanzierten Zuschauern neu in der Krise

zur 6. Station

Dabeistehende sehen dem hilfsbedürftigen Jesus auf der Straße ins Gesicht

zur 5. Station

Starke Helfer tragen mit Jesus die Endwürdigung

zur 4. Station

Jesus wird in seinem Leid von nahe stehnden Menschen begleitet

zur 3. Station

Jesus in der Krise sexueller Übergriffe auf Minderjährige und Unterdrückte


zur 2. Station

Jesus nimmt das Kreuz mit vielen papierlosen Menschen unter uns auf sich

zur 1. Station

Jesus wird mit vielen Flüchtlingen und vom Krieg bedrohten Menschen zum Tod verurteilt

Text vom Jesuitenflüchtlingsdienst

Vor der Verurteilung wird Jesus gefoltert – Acat Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter e.V.

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Der Jesuiten-Flüchtlingsdienst Malta hat eine sehr eindrucksvolle Dokumentation zusammengestellt, in der Flüchtlinge erzählen, was sie in Libyen erlebt haben. Der Bericht gibt erstmals den Betroffenen selbst eine Stimme. Darin erzählen Betroffene, die aus ihren Heimatländern wie Eritrea und Somalia geflohen und über Libyen nach Malta eingereist waren, wo sie einen Flüchtlingsstatus erhielten, von ihren Erlebnissen auf der Flucht. In Libyen werden Flüchtlinge immer wieder unversorgt in der Wüste ausgesetzt, wo sie verhungern oder verdursten. Andere landen in Abschiebelagern, wo man sie foltert.
Die Zeugnisse der Flüchtlinge zeichnen ein erschütterndes Bild von der Lage in dem nordafrikanischen Staat. Sie berichten von willkürlichen, teils jahrelangen Inhaftierungen, Schlägen, Folter mit Elektroschocks, der Unterbringung in vollkommen überfüllten Internierungslagern, gewalttätigen Übergriffen der Aufseher und weitgehender Rechtlosigkeit im Alltag.

Die Broschüre war zum Internationalen Tag der Menschenrechte 2009 erstellt worden. Bei einem Besuch in Malta im Januar 2010 bezeichnete der libysche Außenminister Mousa Kousa die Broschüre gegenüber Journalisten als „NGO-Propaganda“. Der UNHCR wertet die Dokumentation als besorgniserregend“. Libyen hat u.a. mit Malta zahlreiche Freundschaftsabkommen. Immer wieder kritisieren der Jesuiten-Flüchtlingsdienst und andere Menschenrechtsorganisationen, dass Grenzschützer Flüchtlingsboote aus Nord-afrika zurückschicken, ohne zu prüfen, ob Menschen mit Anspruch auf Asyl darunter sind. Die englischsprachige Broschüre „Do They Know? – Asylum Seekers Testify to Life in Libya“ gibt es hier als pdf: http://www.jrsmalta.org/Do%20They%20Know.pdf

Die geschilderten Erfahrungen decken sich mit den Berichten anderer Flüchtlinge und den Beobachtungen von Nichtregierungsorganisationen wie Human Rights Watch. Sie offenbaren ein gravierendes Versagen im internationalen Flüchtlingsschutz. Denn von den Menschen, die europäisches Festland erreichen, erhielten 2009 etwa in Malta rund 50 % Flüchtlings- oder subsidiären Schutz. In Libyen dagegen fehlt es nach den Worten von António Guterres, dem Hohen Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen, an den grundlegend notwendigen Voraussetzungen, um den Schutz von Flüchtlingen zu garantieren. Libyen hat die Genfer Flüchtlingskonvention nicht ratifiziert, verfügt über kein eigenes Asylrecht und auch über keine effektiven Verfahren, die den Schutz von Flüchtlingen gewährleisten könnten.
Im April 2010 hat das Antifolterkomitee des Europarats (CPT) die Praxis Italiens als völkerrechtswidrig verurteilt, Flüchtlinge nach Libyen zurückzuschicken, die beim Versuch aufgebracht wurden, das Mittelmeer per Boot zu überqueren. Der Vollzug des italienisch-libyschen Rückübernahmeabkommens verletze den Grundsatz der Nichtzurückweisung. Dies wirft ein bedenkliches Licht auf einen Umgang mit Asylsuchenden, für den letztlich auch Deutschland eine Mitverantwortung trifft. Das CPT hebt besonders hervor, dass Libyen nicht als sicherer Staat gelten könne. Vielmehr müssten Flüchtlinge mit miserabler Behandlung und Kettenabschiebungen in Transit- oder Herkunftsländer rechnen.
Deutschland wird bis Ende 2010 die Rückführungsrichtlinie der Europäischen Union umzusetzen haben; zudem wird auf europäischer Ebene derzeit über ein einheitliches europäisches Asylsystem mit gemeinsamen Schutzstandards beraten. In diesem Rahmen wird auch über eine Verlagerung der Prüfung von Asylanträgen in Transitstaaten diskutiert. Ganz offensichtlich bietet mindestens Libyen nicht die elementarsten Voraussetzungen, um eine solche Verantwortung zu übernehmen. Wir appellieren dringend an Sie, in den anstehenden Debatten einzutreten für eine humane Flüchtlingspolitik, die Schutzsuchenden den Zugang zum Territorium der EU und der Bundesrepublik ermöglicht.      P. Martin Stark SJ
Jesuiten-Flüchtlingsdienst Deutschland Witzlebenstr. 30a, 14057 Berlin 030/3260-2590  Fax -25 92 Spendenkonto 6000 401 020 Pax-Bank BLZ 37060193  JRS-Deutschland-Europa-International www.jesuiten-fluechtlingsdienst.de www.jrseurope.org www.jrs.net/

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Über Christian Herwartz

Arbeiterpriester auf Rente - arbeitergeschwister.wordpress.com Jesuit - http://www.jesuiten.org/jesuiten-in-deutschland.html geb. 1943 wohnhaft in Berlin allerlei - nacktesohlen.wordpress.com, Begleitet Übende bei Exerzitien auf der Straße siehe: strassenexerzitien.de, nacktesohlen.wordpress.com Schmerz: sexueller Missbrauch - unheiligemacht.wordpress.com, an schmerzhaften Orten stehen bleiben und sich berühren lassen flughafenprozess.wordpress.com
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